Endlich gestartet
Nach mehreren Tagen mit Verabschiedungen sind wir nun heute früh gestartet. Wir konnten uns auch schnell einigen, welche Route wir fahren. Mit einem kleinen Picknick an der Autobahn, sind wir über Regensburg sind wir zwischen Linz und Graz gestrandet. Ein wunderschöner Platz am Gleinkersee, mitten in den Bergen ist für heute unsere Heimat.


20.05.22
Spital am Phyrn- Maribor-Lonja
Gut ausgeschlafen haben wir das herrliche Flecken Erde verlassen. Unser Ziel ist Maribor, in Slowenien. Die Altstadt und die Lage an der Drau machen das Städtchen romantisch. An der Drau befindet sich an einem Haus der älteste Weinstock der Welt (400 Jahre). Er ist im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen. Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt nach Sarajevo. Unterwegs übernachten wir auf einem kleinen Platz in Lonja am Ufer der Save. Unser Weg ist abenteuerlich durch ein Naturschutzgebiet. Die Schotterpiste wird außer von uns auch von Wildschweinen, Fasanen und verschiedenen Reihern benutzt. Der Weg ist für 90 km/h ausgeschildert, lässt aber nur Schrittgeschwindigkeit zu. Der Campingplatz wird von einem netten Wirtspaar geführt.


21.05.22 Lonja- Sarajewo- Richtung Mostar
In der Dunkelheit der Nacht hörten wir in der Ferne die
, Wölfe' oder auch andere Tiere heulen. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen werden wir wach. Ein gemütliches, typisch heimisches Frühstück stärkt uns für den Tag. Wir starten Richtung Sarajevo, entlang der Save, dem größten Fluss Sloweniens und Kroatiens. Idyllische Dörfer reihen sich aneinander, bis wir an die Mündung der Bosna zur neuen Autobahn A1 kommen, nun geht es zügig voran. Zwischendrin gibt es eine Strecke, die noch nicht fertig ist. Wir fahren am Fluss Bosna entlang und queren diesen unzählige Male. Die Bosna hat der historischen Region Bosnien ihren Namen gegeben. Überall aus den Dörfern ragen Minaretten hoch hervor.
Sarajevo, die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, liegt inmitten des Dinarischen Gebirges am Fluss. 2 Stunden Parkplatz-Suche haben sich dann doch noch gelohnt. Wir gehen am Fluss über die Lateinerbrücke, sehen die ehrwürdige Gazi-Husrev-Beg-Moschee. Die Altstadt, mit seinem historischen Baščaršija, sprüht einen türkischen Flair aus. In einer Cevabdzinica speisen wir vorzüglich. Sarajevo wird das Jerusalem des Balkans genannt. In jeder Ecke, jeder Richtung, hinter jeder Kurve befindet sich eine Moschee mit Minarett. Arabische Scheichs pumpen Millionen für die Missionierung nach Bosnien-Herzegowina und es werden derzeit in Sarajevo Moscheen gebaut, wie kaum anderswo auf der Welt. Im Hintergrund sind in jeder Richtung die mit Schnee bedeckten Gipfel des Balkangebirges zu sehen.
Wir erreichen einen Stausee der Neretwa und entscheiden uns, die Nacht auf einem kleinen Campingplatz am Ufer des Sees zu verbringen. Mostar muss bis morgen warten.





22.05.22 Mostar- Dubrovnik
Nach dem Frühstück starten wir in Richtung Mostar. Wir fahren parallel zum Fluss Neretva, der dann durch den Jablaničko jezero fließt, ein Stausee im Norden des Kantons Herzegowina. Bei Vollstau liegt die Wasseroberfläche des Sees auf 270 m über dem Meeresspiegel. Der See hat dann eine Fläche von 13,3 km², ist etwa 30 km lang und bis zu 70 m tief. Der Fluss schlängelt sich durch die Dinarischen Alpen. Beeindruckende Gebirgsformationen säumen unseren Weg.
Mostar's Wahrzeichen ist die Stari Most, eine alte Bogenbrücke, um die sich die Altstadt wahrhaftig präsentiert. Selbstverständlich tummeln wir uns in diesem Flair und trinken Kaffee auf türkisch. Bei der Bestellung erfahren wir, daß dies bosnischer Kaffee sei.
Die Weiterfahrt nach Dubrovnik führt uns immer an der adriatischen Küste entlang. Auch vom Campingplatz nahe der Altstadt haben wir einen schönen Blick darauf. Am frühen Abend versuchen wir mit dem Bus in die Altstadt zu fahren. Wir müssen wieder aussteigen, weil das Kartengerät defekt ist und wir keine Kuna haben. Ein Taxi bringt uns dann zum Ziel und gibt uns als Wechselgeld Kuna. Die Altstadt (wir kennen sie schon - sie steht unter UNESCO Weltkulturerbe) ist entzückend und wir schlendern auf der mit Kalkstein gepflasterten Fußgängerzone Stradun und an der Stadtmauer entlang, zu ihr gehört die am besten erhaltene Festungsanlage Europas aus dem 16.Jahrhundert. Wir genießen die Aussichten in die engen Gassen, auf die historischen Gebäude und natürlich das Meer. Der Duft vom Essen zieht uns natürlich förmlich an und wir genießen Muscheln in Weißwein mit übergebührlich viel Knoblauch.
23.05.2022 Dubrovnik-Podgorica-Camp Oliva Ulcinj
Heute waren die Grenzübertritte und Kontrollen der Polizei das Highlight. Von Dubrovnik ging es auf der Küstenstraße über der Stadt, mit herrlichen Rückblicken in Richtung Bosnien. Das ist heute für uns nur ein Transferland auf dem Weg nach Podgorica, der Hauptstadt von Montenegro. Dann sind wir auch gleich in einer serbischen Autoklave. Mehrfach werden wir aus unerklärlichen Gründen von der Polizei gestoppt. 2x konnten wir nach dem Stopp sofort weiter fahren. Beim 3. Mal müssen wir bei der Kontrolle sämtlicher Papiere genau erzählen, wo wir hinwollen. Wir werden auf Mitnahme von Alkohol und Zigaretten befragt. Zum Schluss behauptet die Autorität, wir wären ohne Gurte gefahren. Maria erklärte ihm freundlich, das wir die beim Anhalten gelöst haben um ggf. aussteigen zu können. Grummelig ließ er uns dann von dannen ziehen. Wir hatten eigentlich schon damit gerechnet, zu zahlen. Die Landschaft ist von gigantischen Aussichten geprägt. Leider ist es etwas diesig, so dass die Fotos nicht alles sagen können. Die Orjen Bergkette (Kroatien-Bosnien-Montenegro) ist ein stark verkarstetes Hochgebirge, mit surrealen Formationen. Zur Hauptstadt gibt es nicht viel zu sagen. Es gibt keine richtige Altstadt, wir haben den Platz der Republik, den Uhrenturm und die Millennium Brücke besucht. Parkplätze gibt es ohne Probleme und wegen der Ferien auch ohne Gebühr. Verkehr, wie in anderen Hauptstädten, haben wir vermisst. Auf dem Weg zur Küste sind wir noch in einen Wahnsinns-Grill (Rostasceria) eingekehrt und lassen uns mit gefüllten Calamares verwöhnen. Auf dem Weg zum Camp Oliva passieren wir die bedeutende Hafenstadt Bar und besuchen den mit 2240 Jahren ältesten Olivenbaum der Welt, den Stara Maslina. Auf dem Campingplatz stehen wir unter 500 Jahre alten Olivenbäumen. Selbstverständlich schwimmen wir noch im adriatischen Meer
24.05.2022 Camp Oliva Ulcinj
Heute ist Pause. Wir sind einen Tag auf diesem wunderschönen Platz geblieben, waren schwimmen, haben gelesen- Urlaub eben😊 und am Abend den Sonnenuntergang genossen.
bevor wir den Abend ausklingen lassen.



25.05. Tirana
Mit den ersten Sonnenstrahlen sind wir aufgestanden und haben nach dem Frühstück zusammen gepackt. Wir haben getankt, das Auto gekärchert und Lebensmittel gekauft. Nun geht es über schmale Straßen Richtung Grenze nach Albanien. Der Grenzübertritt ist sehr gründlich und hat daher auch etwas gedauert. Nun fahren wir mit 40kmh (StVO) durch die Dörfer Richtung Tirana. Die Straßen sind zwar asphaltiert, holprig wie ein ausgefahrener Feldweg. Gefahren wird hier nach Gefühl. Geparkt ebenso, da ist mal so die Spur blockiert. Gerd hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und auch fast alle größeren Schlaglöcher umfahren. 30 km vor Tirana reiht sich eine Tankstelle neben die andere, mit großen noblen Raststätten. Manchmal 4 Konzerne nebeneinander und gegenüber auch nochmal. Alles ist aber leer. 10 km vor Tirana wird es dann richtig krass. Eine völlig hektische Stadt, wie man es von Hauptstädten kennt, beginnt, teilweise mit 4 Fahrspuren, allerdings ohne Markierung. Dann ist die Stadt völlig abgesperrt. Polizei in Größenordnung. Jetzt wissen wir es, heute Abend ist Fußball Europa Conference League Finale. Es spielt Rom gegen Feyennoord. Wir finden etwas außerhalb einen Parkplatz und spazieren in der Mittagshitze zum Skanderbeg- Platz mit Denkmal, dem Zentrum, wo sich Oper, Uhrenturm und die pompöse orthodoxe Auferstehungs-kirche befindet. Das Zentrum ist gefüllt von Fans und Polizei. Riesengroße Leinwände und Musik um die Leute heiß zu machen, dröhnt durch das gesamte Zentrum. Ein bisschen Ruhe finden wir in der 2012 gebauten, auch kühlen albanisch-orthodoxen Kathedrale. In einem Kaffee mit Klimaanlage genießen wir noch einen Espresso und dann geht’s zurück zum Auto.




26.05.22 Ohridsee- Thessonaliki- Ofryno Beach
Heute sind wir eine Woche unterwegs. Wir nähern uns unserem 1. großen Ziel, dem Treffen mit der Gruppe. Heute haben wir Albanien wieder den Rücken gekehrt. Wir fahren durch kleine, hübsche Dörfer, mit Landwirtschaft und Nutzung auf allen kleinen Flecken. Felder, Weinstöcke und Obstplantagen werden mit Hand und Transporte vorwiegend mit dem Pferd erledigt. Kinder winken uns stolz von ihren Pferden herunter. Schafe weiden in kleinen Herden und werden von Schäfer und Hunden bewacht. Auf der Straße wird vor wandernden Bären gewarnt. Irgendwie richtig romantisch. Es ist gerade Zwiebelernte. Zwischen den Feldern immer wieder Wiese, wo derzeit der Klatschmohn dunkelrot blüht. Bienenstöcke an jeder Ecke sorgen für gutes Gedeihen. Und immer wieder im Horizont der Ebene, mit Schnee bedeckte Berge. Nach der Grenze, sieht das Land genauso fruchtbar aus, die Strukturen sind größer, die Straßen schneller. Km lang fahren wir an Obstplantagen, Gemüsefeldern und auch an Reisfeldern vorbei in Richtung Thessaloniki. Der Verkehr wird unübersichtlich, für uns wird es eng. Vor der Stadt stellen wir unser WOMO ab und gehen die Uferpromenade am Wasser in Richtung Stadt, direkt auf den Weißen Turm zu. Wir gehen zur Konzerthalle, an der Oper vorbei in die Altstadt. Wir schlendern über den Aristoteles Square, die Achse zwischen Stadt und Meer. Wir kommen am Kloster Agia Theodore vorbei und sind überwältigt. Es ist derzeit ein Männerkloster und Zentrum für hagiologische Studien der Metropole Thessalonikis. Weiter tummeln wir durch das Ladadika Viertel, hier gibt es traditionelles Essen und Musik. Nach einem guten Kaffee geht’s weiter in Richtung Alexandroupolis. Leider haben auf der Strecke noch alle Campingplätze geschlossen. Es gibt auch nicht so viele. Richtung Chalkidiki wäre das besser gewesen. Jedenfalls sind wir dann erst nach 19:00 hier in Ofryno Beach angekommen.Übrigens sind wir eine Stunde voran, andere Zeitzone.Melaneon Beach - Kavala-Insel Thassos
So ein schönes Flecken Erde. Frühstück am Meer, schwimmen und ruhen in der Sonne schon am Morgen. Wir brechen auf nach Kavala um mit der 14:00 Fähre nach Thassos zu fahren. Dort wollen wir bis spätestens Dienstag bleiben. Kavala liegt am Hang der Berge und endet erst an der Uferpromenade. Je näher wir kommen, sehen wir majestätisch die alte Festung vor uns liegen. Wir schlendern zum byzantinisches Aquädukt (Bögen), dem Wahrzeichen der Stadt, eine Art Sperrmauer. Wir sitzen im Schatten und lassen uns hervorragenden Fisch von 2 Einheimischen aufschwatzen, was sehr gut war. Die Fährfahrt dauert ca. 1,5 Stunden. Auf Thassos sind die ersten drei Campingplätze am Strand noch geschlossen. Wir fahren durch Jahrhundertealte Olivenhaine, die zur Zeit in voller Blüte stehen. Überall wird am Strand und in den Restaurants an der Vorbereitung für die Urlaubssaison gearbeitet. Schließlich erreichen wir unser Ziel am Strand in der Nähe von Potos im Südwesten der Insel.





27.05. Melaneon Beach - Kavala-Insel Thassos
So ein schönes Flecken Erde. Frühstück am Meer, schwimmen und ruhen in der Sonne schon am Morgen. Wir brechen auf nach Kavala um mit der 14:00 Fähre nach Thassos zu fahren. Dort wollen wir bis spätestens Dienstag bleiben. Kavala liegt am Hang der Berge und endet erst an der Uferpromenade. Je näher wir kommen, sehen wir majestätisch die alte Festung vor uns liegen. Wir schlendern zum byzantinisches Aquädukt (Bögen), dem Wahrzeichen der Stadt, eine Art Sperrmauer. Wir sitzen im Schatten und lassen uns hervorragenden Fisch von 2 Einheimischen aufschwatzen, was sehr gut war. Die Fährfahrt dauert ca. 1,5 Stunden. Auf Thassos sind die ersten drei Campingplätze am Strand noch geschlossen. Wir fahren durch Jahrhundertealte Olivenhaine, die zur Zeit in voller Blüte stehen. Überall wird am Strand und in den Restaurants an der Vorbereitung für die Urlaubssaison gearbeitet. Schließlich erreichen wir unser Ziel am Strand in der Nähe von Potos im Südwesten der Insel. Abends schlendern wir durch die Tavernen des Örtchens.
28.5.
Wir bleiben noch einen Tag. Die Ruhe, das herrliche Meer der Ägäis lasen uns hier richtig faul sein. Als wir vom Essen kommen sind 2 Motorradfahrer aus der Heimat (Plauen) dda, sie sind entzückt ihre Heimatstimmen zu hören. Sie wussten schon, wie unsere Reise weitergehen soll und wollten nun noch alles aus erster Hand hören.




29.05. Thassos-Keramoti
Wir fahren in Richtung Fähre nach Limenas um nach Keramoti überzusetzen. Unterwegs machen wir noch Badepause an der Giola lagoon. Erst haben wir keine richtige Lust reinzuspringen. Nachdem wir die sich tummelnden Menschen beobachtet haben, hat es uns doch gepackt. Ein Weilchen haben wir dem Trubel zugesehen. Auf dem weiteren Weg kommen wir am Kloster des Erzengels Michael vorbei, sie soll eine der schönsten Kirchen Griechenlands sein. Von dem auf den Felsen gebauten Klosters hat man einen atemberaubenden Ausblick über die Küste. In Limenas, dem Hauptort der Insel geht die Fähre. Irgendwie können wir keinen Gedanken fassen, als ich mich erkundige, „we start in 3 minutes, where is your car?“ Und schon sind wir auf der Fähre und Klappe zu. In Keramoti haben wir uns erstmal gestärkt und auf dem Campingplatz eingecheckt. Herrlich gelegen, direkt am weißen Sandstrand. Am Nachmittag trinken wir noch einen Sonntagskaffee.



30.05. Keramoti-Alexandroupolis
Gemütlich sind wir durch die Nebenstraßen in Richtung Alexandroupolis gefahren. Absichtlich um die Natur im Nestosdelta zu genießen. Es ist dann schon ganz viel Natur fürs Auto. Tiefer hätte die Furt nicht sein dürfen. In Fanari am Hafen legen wir eine Pause ein und genießen die Ruhe und natürlich auch etwas fürs leibliche Wohl.
Kurz vor dem Campingplatz kaufen wir bei Lidl‼️ein. Dann geht es noch Auto waschen, wir sind, trots Gewitter in der letzten Nacht, ganz schön eingestaubt. Nun erstmal Ankommen, bis auf ein Paar sind alle da. Und schon ist der 1. gemütliche Abend da. Hier bleiben wir bis Donnerstag, bis in die Türkei sind es noch ca. 40 km.
31.05. Alexandroupolis
Wir genießen die Zeit und besuchen die Stadt, kochen und plaudern und freuen uns, das es nun bald los geht. Heute ist das letzte Paar auch angekommen . Morgen 15:00 ist die erste offizielle Einweisung.
01.06.
Nochmal alles ganz relaxt, das Meer genießen, ein tolles Frühstück ( Eggs Benedikt), ja und 15:00 das erste Briefing. Karten, Koordinaten, Information unsw. erhalten. Morgen 09:00 sollen wir an der Grenze sein. Der Grenzübertritt erfolg im Konvoi, es wird wohl extra eine Spur für uns geöffnet.




02.06. Bagtur Aile Camping
Heute haben wir die Grenze zwischen Griechenland und der Türkei passiert. Das passierte im Konvoi. Hinter der Grenze warteten unsere Guides Tsyren, Dima und Levent. Wir bekamen gleich türkisches Geld und Internet eingerichtet. Eine kleine Pause zum Tanken und ein spätes Frühstück sind hinter der Grenze fällig. Jetzt sind wir auf einem Campingplatz 100 km vor Istanbul, direkt am Mamarameer, gemeinsam mit Hühnern. Frische Eier wurden uns vom Besitzer auch schon gebracht. Vom Wasser aus blicken wir auf den Containerhafen von Kumbag.



03.06. Kumbag - Istanbul
Gleich am Morgen sind wir geschwommen, die Sonne stand noch so tief, das wir den Sonnenstrahlen entgegen geschwommen sind. Wir hatten etwa 200 km zu fahren bis wir über die Fatih Sultan Mehmet Brücke den Bosporus queren. Die 50 km durch die Randgebiete dieser riesigen Stadt sind sehr beeindruckend und die architektonischen Lösungen für die verschiedenen Wohngebiete sind interessant. An den Knotenpunkten treffen bis zu 10 Straßen mit jeweils 3 bis 4 Fahrspuren zusammen. Die Straßenränder sind mit bunten Rabatten gestaltet. Alles ist sehr sauber und gepflegt. Nun sind wir in Asien. Wir sind auf einem Riesenstellplatz im asiatischen Teil für die nächsten 3 Tage. Abends sind wir von der Agentur zum Essen eingeladen. Es ist beeindruckend - bestimmt 10 landestypische Gänge, die auch sehr zügig serviert werden. Als die Platten mit Fleisch kamen, waren wir eigentlich schon gesättigt. Es war sehr lecker und würzig, teilweise spicy würzig. Ein wunderschöner Abend!
04.06.
Heute geht es per Zug in die Großstadtmetropole. Istanbul hat eine Ausbreitung von sage und schreibe 110 km. Die Stadt ist durch den Bosporus geteilt, die eine Hälfte liegt in Europa, die andere in Asien.
Wir steigen auf der europäischen Seite im Zentrum aus, dort wo sich auch das wunderschöne Gebäude der Endstation des Orientexpress befindet. Wir besichtigen den Sultanpalast (Top Kapi Palast) mit seinen schönen Gärten, die Hagia Sophia und die blaue Moschee. Von insgesamt 36 Sultanen lebten 30 im Top Kapi Palast, 3 in der alten Hauptstadt Edirne und 3 im nach europäischen Vorbild errichteten neuen Palast. In Istanbul gibt es 576 Moscheen aus osmanische Zeit. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die asiatische Seite mit dem Bosporus und dem goldenen Horn. Das goldene Horn trennt die europäische Altstadt und die asiatische Neustadt. Wir schlendern durch den riesigen Basar und anschließend durch den Gewürzmarkt. Es ist eine riesige Ansammlung kleiner Geschäfte (5 - 15 qm, es sollen 4000 sein. Am Nachmittag fahren wir dann mit dem Schiff auf dem Bosporus und genießen die Stadt noch ein Mal aus einer anderen Perspektive.
06.06.
Heute geht es zu einer der Prinzeninseln, nach Büyükada. Durch die Vielweiberei der Zaren gab es natürlich mehrere Thronanwärter. Ab der Regierungszeit von Mehmed III. (1595 bis 1603) wurden die weiteren Prinzen nicht mehr beim Herrschaftsantritt des jeweiligen Regenten getötet, sondern unter anderem auch hier lebenslang unter strengen Hausarrest gestellt. Alte Häuser aus Holz lassen auf die Einflüsse aus europäischen Ländern zeugen.







06.06. Amasra
Auf einer 4 spurigen Autobahn haben wir Istanbul verlassen. Wir beschließen, so zeitig wie möglich an die Küste zu fahren und die etwas längere Fahrzeit in Kauf zu nehmen. Wir sind am Schwarzen Meer angekommen und fahren parallel zum Ufer. Bisher war es eine Tunnelfahrt.
Natürlich haben wir unterwegs einen Step zur Mittagspause. Wir sind in eine kleine Stadt abgebogen, dort über den Markt geschlendert und haben die türkische Küche genossen. Die vielstimmigen Rufe des Muezzins aus verschiedenen Moscheen haben uns dabei begleitet. Der Campingplatz befindet sich direkt an der Schwarzmeerküste. Abends gab es einen informativen Film über Mustafa Kemal Atatürk.
07.06.
Wir fahren mit einem Kleinbus zur Stadt Amasra. Amasra ist eine türkische Hafenstadt an der Küste des Schwarzen Meeres in der antiken Landschaft Paphlagoniens. Die Stadtmauer und eine Brücke, welche die Teile der Stadt verbinden, zeugen aus lang vergangenen Zeiten. Im Museum sind viele Stücke aus hellenistischer, römischer, byzantinischer und osmanischer Zeit zu sehen. Amasra, die Stadt der Amastris, einer griechischen Königin, die Pech mit ihren Männern hatte und von einem ihrer Söhne ertränkt wurde. Unter ihrer Regentschaft wurde eine der schönsten Städte an der Schwarzmeerküste erbaut. Bei der Belagerung durch Sultan Mehmet dem Eroberer wurde die Stadt nach der Kapitulation erhalten und nur die vormals christliche Kirche in eine Moschee umgebaut. Bei einer Bootsfahrt lassen wir das Städtchen an uns vorbei ziehen. Die Gassen laden zum schlendern und verweilen ein. Beim Essen haben wir einen fantastischen Blick über die Bucht.
Am Abend hat Erwin zu seinem 66. geladen. In der Einladung hieß es zum Apero. Ich hab das als Aperol verstanden. In der Schweiz steht der Apéro für ein Stück Schweizer Kultur und Geselligkeit. Beim Apéro nimmt man sich bewusst Zeit, genießt und läutet gemütlich den Abend ein. Dazu gibt es feine, luftgetrocknete Fleisch-Spezialitäten, etwas Käse, Trauben, Nüsse und ein Glas Wein und Honig-Chrüter. Und so gemütlich war es dann auch.






08.06. Sinope
Unser nächstes Ziel ist Sinope unmittelbar am türkisfarbenen Schwarzen Meer. Auf dem Weg dorthin besuchen wir die Welterbestadt Safranbolu, ein Fachwerkstädtchen in den Bergen. Neben Safran ist Lokum eine spezielle Süßigkeit typisch für diese Stadt. Dieser älteste Teil der Stadt war ursprünglich eine Etappe auf der sogenannten Seidenstraße. Safranbolu war 700 Jahre lang ein wichtiger Handelsplatz für die Ost-West-Handelskarawanen. Von dieser Funktion zeugt noch heute der mächtige Bau der Karawanserei in der Mitte, der „Cinci Han“ genannt wird. Hier frühstücken wir in einem kleinen Boutik-Cafe. Bei der Weiterfahrt durch die schöne Berglandschaft und Reisfelder finden wir nach ca. 200 km eine Forellenzuchtanlage und erhalten ein köstliches Essen. Gegen 18:00 erreichen wir unseren wunderschönen Stellplatz am Schwarzen Meer. Am Abend hat uns Levent am Feuer über die Struktur und Organisation und Sozial-Bildungssysteme erzählt.
09.06.
Nach einem guten Frühstück steht ein umfangreiches Programm auf dem Plan.
Hamsilos Tepesi: einziger Fjord in der Türkei, Es soll der Sage nach ein Bad der Amazonen gewesen sein und hier um Sinope lag das Gebiet der kriegerischen Frauen seit dem Kampf um Troja bis zur Eroberung durch die Römer. Das klare und tiefblaue Wasser in Verbindung mit der frischgrünen Vegetation ist ein beeindruckendes Erlebnis.
Ince Burun: es ist das Nördlichstes Kap der Türkei an der Schwarzmeerküste, von hier sind es nur 230 km bis zur Krim. Wir erfahren, dass das Meer sehr kalt ist und ab einer Wassertiefe unter 50 m unbelebt und tot ist.
Auf dem weiteren Weg zweigt der Fahrer ab und zeigt uns mitten im Wald eine alte Wassermühle in der Mais gemahlen wird. Der Müller zeigt uns stolz seine historische Technik, die sicher schon einige hundert Jahre gut funktioniert.
Wir fahren weiter zur Trinkwassertalsperre von Sinop. Am Hauptzufluss gibt es eine Kaskade von Wasserfällen, deren unterster mit einer Fallhöhe von ca. 30 m und einem kleinen türkisfarbenen Teich mit vielen Forellen sehr schön anzusehen ist. Schließlich halten wir an einem steilen Erdbeerfeld an und pflücken unseren Bedarf für morgen früh.
In Sinope angekommen erkunden wir die Stadt des Diogenes, so ist ein Ableger der Stadt Milet und wahrscheinlich schon eine Gründung der Hethiter. Die gewaltige Stadtmauer wird zur Zeit restauriert und das historische Stadtzentrum für den Tourismus fit gemacht. Die Baumaßnahmen verursachen viel Staub, aber sie lassen schon erkennen, wie schön der Platz am alten Hafen einmal aussehen soll. Erschöpft kommen wir auf unserem schönen Campingplatz an und genießen die Ruhe des Abends.
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10.06. / 11.06. Samsun
Wir starten in Richtung Samsun, dort wollen wir uns etwas zum Frühstück suchen. Die Fahrt geht entlang der schönen Schwarzmeerküste, durch die Berge und immer wieder an Reisfeldern entlang. In der 220000 Einwohner zählenden Metropole finden wir am Meer ein belebtes Frühstücksrestaurant. Hier sind viele Studenten und Geschäftsleute und wir erhalten ein reichhaltiges Frühstück. In der darüber liegende Etage gibt es eine Bäckerei, deren Duft uns erst hergebracht hat. Maria hatte einen guten Riecher. Nach einer Stunde fahren wir unserem heutigen Ziel, dem Görge Camp in Caytepe entgegen. Die Dörfer durch die wir fahren sind sehr belebt und überall scheint Markt zu sein. In einem Dorf halten wir, schlendern durch die Marktstände und trinken noch einen Kaffee. Am Kap Yason mit einer alten Kirche und einem kleinen Leuchtturm halten wir nochmals an und machen einen Spaziergang. Hier soll der Sage nach Yason mit seinen Argonauten auf dem Weg zum goldenen Fließ (in Georgien) vor den Meeresungeheuern Schutz gesucht haben. Unser Stellplatz ist unmittelbar am Meer an einem Sandstrand unter alten Bäumen. Wir sind die Ersten am Platz und der Besitzer empfängt uns mit Kaffee und Tee. Mit Stolz erzählt er uns, daß er alles selbst gemacht hat und stellt uns seine Familie vor. Die Gastfreundschaft in der Türkei ist wirklich grandios. Wir merken, dass lange keine Touristen hier waren und dringend erwartet werden.
Dann erfrischen wir uns bei einem Bad im Meer.
Wir bleiben noch einen Tag und genießen dieses paradiesische Fleckchen am Meer. Am Strand gibt es neben interessanten Gesprächen noch einen Zumba-Kurs und ein weiteres Interview mit dem lokalen Fernsehen. Der Inhaber spricht mit Begeisterung von der Wiederbelebung des Tourismus nach der Pandemie. Am Abend setzen wir in dem kleinen Restaurant und lassen den Tag ausklingen.
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12.06. Trabzon
Heute ist Reisetag. Wir nähern uns langsam der Grenze nach Georgien. Wir fahren in Richtung Trabzon immer am Ufer des schwarzen Meeres entlang. In Ordu haben wir eine Schokoladenfabrik besucht, welche die heimischen Haselnüsse veredelt. Zum späten Frühstück hsben wir auf Empfehlung von Levent, unserem Guide, Kuymak bestellt. Es handelt sich dabei um ein ganz einfaches, gehaltvolles Gericht. Butter, Maismehl, Wasser und türkischer Kasar- oder Kolot Käse werden sanft auf der Herdplatte erhitzt, bis du den Käse in lange Fäden ziehen kannst. Total lecker. Der Wirt war total stolz über unseren Besuch und Wunsch. Auf dem Campingplatz, in den Bergen an einem Fluss, gab es erst mal Siesta, es hat geregnet. Wir stehen an einem Platz mit Forellenbecken. Diese haben wir uns, lecker von der Wirtin zubereitet, gegönnt. Am Abend gab es dann auf lustige Weise einen Russischgrundkurs.
13.06.2022
Das pontische Gebirge hat uns mit seinem tropisch-feuchten Klima empfangen, so regnet es täglich eine Weile. Unser heutiger Ausflug führt uns zunächst zum Sümela-Kloster oder der heiligen Maria der schwarzen Berge. Hierher wurde der Sage nach eine Ikone, die vom Apostes Lukas gemalt wurde, von Engeln in eine Höhle getragen. 348 wurde sie von Eremiten gefunden und dort eine Kapelle erbaut. Im 13. Jahrhundert entstand das Kloster und wurde ein bekannter Wallfahrtsort. Die Reste der Fresken ist immer noch beeindruckend, obwohl schon viel zerstört wurde. Mit großem Aufwand wird derzeit das Kloster in den unwegsamen Bergen restauriert.
Beim Besuch der quirlenden Metropole Trabzon, dem ehemaligen Trapezunt, bekommen wir einen Eindruck von der schönen Altstadt und der modernen Großstadt mit einer halben Million Einwohner. Es wird auch hier an allen Ecken und Enden gebaut, neue Häuser, neue Straßen und in den Außenbezirken neue Industrieanlagen. Den Abend lassen wir wieder ruhig ausklingen.
14.06.
Heute ist der letzte Tag in der Türkei und wir verlassen den Platz in den Bergen. Am
Ufer des Schwarzen Meeres fahren wir Georgien entgegen. In Rize fahren wir ab und lassen die Eindrücke der quirligen Innenstadt auf uns wirken. Die Suche nach einem Parkplatz geht durch enge Gassen und treibt den Schweiß auf die Stirn. Schließlich geht alles gut und nach zwei Stunden fahren wir weiter. Aus Georgien haben wir den Hinweis erhalten, nochmals zu tanken. Bereits 25 km vor der Grenze steht LKW an LKW und wir haben Mühe eine Tankstelle zu finden. Schließlich erreichen wir unseren Stellplatz unmittelbar am Meer. Noch ein Bad im Meer und wir verabschieden uns von der gastfreundlichen Türkei. Morgen 08:00 gehen wir im Konvoi über die Grenze. Marisa und Ernst hoffen, dass für ihre verloren gegangenen Pässe heute um 23:00 der Ersatz in Trabzon landet. Laut Info von der Agentur aus Deutschland sind die Pässe in Frankfurt gestartet mit dem Sohn von Kostya-einem der Chefs von Abenteuer Osten. Alle hoffen, das das klappt und sie mit uns weiter reisen können.
Morgen sind wir in Georgien, also nächstes Reiseerlebnis aufklappen!!!


