15.06. Batumi
vom Schwarzen Meer her ziehen schwere Gewitter über die Küste und begleiten uns über die Grenze bis Batumi. Wir können sagen, dass wir bei Blitz und Donner die Grenze passiert haben. Der Grenzübertritt ging zwar insgesamt flott, trotzdem verstanden wir die Abläufe nicht. Wichtigster Tip, Ruhe bewahren und Papiere auf Vollständigkeit kontrollieren. Einen Grenzer begeisterte mein Vorname und er lächelte immer wieder. 11 Lira Strafe, für was auch immer mussten wir zahlen. (0,80 Cent) in Batumi suchen wir uns einen Waschsalon für unsere Wäsche und essen die ersten Pelmeni. Wir sind im Paradies angekommen, die Georgier sagen, daß Gott schon alle Länder an die Völker verteilt hatte, dann tranken sie mit Gott ihren guten Wein und Chacha (Grappa) und überredeten ihn, ihnen das Stück Land zu überlassen. Abends sitzen wir mit unserem georgischen Guide Natia bei einem Glas georgischem Wein und schwatzen bis zur Dunkelheit.
16.06.2022 Batumi
Heute ist ein Stadtrundgang angesagt. Imposante, hohe und futurische Gebäude säumen die 7 km lange Uferpromenade. Man nennt Batumi auch das kleine Dubai bzw. das Las Vegas des Ostens. Der Buchstabenturm mit seinen 33 Buchstaben des Alphabetes, die beweglichen Skulpturen Ali & Nino, ein Paar, welches sich immer wieder zueinander und voneinander bewegt, verlangen nach Fotografie und sind zu Wahrzeichen der Stadt geworden. Wir erfahren sehr viel über die Stadt und deren Geschichte und auch über Georgien und die Wirrnisse der Vergangenheit, in der es zeitweise verboten war, die georgische Sprache zu sprechen. Georgisch gehört keiner Indo-europäischen Sprache an, ist aber mit dem baskischen verwandt. Aus Natia spricht viel Stolz auf ihre Heimat, aber auch die Sorge davor, zum Spielball fremder Machte und Einflüsse zu werden. Seit 332 ist Georgien christlich, hat aber durch die vielen Besetzungen auch viele andere Religionen, die friedlich nebeneinander leben. Somit gibt es in der Stadt verschiedene Kirchen und Moscheen. Auf dem Medea-Platz sehen wir das Denkmal der Medea mit dem Goldenen Fließ, welches sie der Sage nach von ihrem Vater für Jason geraubt hat. An der Oper steht ein Denkmal für einen georgischen Schriftsteller, der im 18. Jahrhundert für die Abschaffung der Leibeigenschaft eingetreten ist, selbst seinen Besitz an die Bauern verteilt hat und in Georgien sehr verehrt wird. Auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz am Hotel Collosseum genießen wir noch das Nationalgericht Acharuli Khachapuri, ein Fladen , in der Mitte mit heißem Käse und einem rohen Ei, welches am Tisch in den heißen Käse eingerührt wird. Am Abend gehen wir typisch georgisch essen.




17.06.2022 Kutasi
Kutasi ist unser nächstes Ziel, die Hauptstadt der Region Imeretien.
Wir stehen auf einem Hotelparkplatz und haben ein Zimmer zum duschen. Wir werden mit viel Freude empfangen und die Verständigung funktioniert, der Wirt spricht gut englisch.
Gleich zu Beginn unserer Tour schlendern wir über den Markt. Wir fahren zur Klosteranlage Gelati. Das Kloster zählt zu den bedeutendsten Werken georgischer Kunst und zum Weltkulturerbe der UNESCO. In typischer Tracht angezogen spielt uns ein Trio klassische Lieder in der Akademie des Klosters. Fast genauso schön das in der Nähe gelegene Motsameta Kloster (Platz der Märtyrer) mit einem fantastischen Blick über die Landschaft.
Dann geht es zur Bagrati-Kathedrale, eigentlich dem berühmtesten Bauwerk der Stadt aus dem 11. Jahrhundert. Die Kathedrale, ein Meisterwerk der mittelalterlichen georgianischen Architektur, erlitt im Laufe der Jahrhunderte schwere Schäden und wurde in einem schrittweisen Prozess ab den 1950er Jahren wieder in ihren heutigen Zustand versetzt, wobei umstrittene Restaurierungsarbeiten 2012 abgeschlossen wurden. Diese Arbeiten veranlassten die UNESCO, die Kathedrale von ihrer Liste zu streichen Welterbestätten. Die Kathedrale ist ein markantes Wahrzeichen in der Landschaft des Zentrums von Kutaisi und ruht auf dem Ukimerioni-Hügel.
Am Abend ist das Highlight des Tages. Gerd, Thsyren und Edwin sorgen dafür, das wir wieder Wasser im Auto haben und wechseln die Wasserpumpe. Dafür gibt es dann in gemütlicher Runde ein Glas Wein spendiert.




18.06. Uplisziche
Nachdem wir die Stadt verlassen haben, fahren wir entlang der Trasse der zukünftigen Autobahn durch viele kleine Dörfer des kleinen Kaukasus. Wir können kaum schneller als 50 km/h fahren. Frei umherlaufende Kühe, Pferde und Schweine teilen mit uns die Fahrbahn. Die Landschaft ist jedoch sehr schön. Schließlich erreichen wir Gori die Heimatstadt von Stalin, der sehr umstritten ist aber auch mit einem Museum geehrt wird. Das lassen wir jedoch links liegen und kommen nur wenige km von Gori entfernt zu unserem heutigen Ziel.
Eine alte Station der frühen Seidenstraße bzw. deren Überreste sind auf den Felsen zu besichtigen. Danach fahren wir zu einem kleinen Bauernhof, unserem heutigen Stellplatz. Der Bauer ist auch Winzer und wir kosten von seinem Wein und hausgemachtem Käse. Er zeigt uns, wie hier der Wein gemacht wird und zeigt uns eine Schaukellerei mit Straußwirtschaft. Anschließend kocht Dima in einem historischen Kessel aus der Sowjetzeit, den er gestern auf dem Markt erworben hat, einen Gulasch und dazu gibt es einen Salat und Pilze, Wein und Chacha.




19.06.Mzcheta /Tiblis
Früh verlassen wir unseren gastfreundlichen Bauernhof und fahren durch kleine Bergdörfer in Richtung Tiflis. Es ist Sonntag morgen und das Leben erwacht langsam. Einzelne Bauern und Bäuerinnen sind auf den Feldern, andere treiben das Vieh auf die Weide und das auch zu Pferde, es ist ein bisschen Wildwest. Der Verkehr bleibt stehen bis die Herde die Straße verlassen hat. Ein Zwischenziel ist Mzcheta, ein religiöses Zentrum des Landes. Hier befindet sich die Swetizchoweli-Kathedrale ( Kathedrale der lebenspendenden Säule) mit historischer Bedeutung/ Legende. Wir sind zu früh und machen Frühstück mit Brot welches wir am Straßenrand in einer kleinen Backstube gekauft haben, dazu Käse, Marmelade und Kaviar. Natia und Tsyren nehmen unsere Einladung gern an. Uns geht es gut. Nach der Besichtigung fahren wir zum Dschwari-Kloster („Kreuzkloster“) gegenüber der Stadt erhebt sich Georgiens älteste Kreuzkuppelkirche. Hier erwartet uns Dima und Ines mit der georgischen Spezialität Chinkali (Teigtaschen). Unser Stellplatz in Tiflis ist etwas außerhalb der Stadt am Schildkrötensee, einem Naherholungszentrum der Hauptstadt. Hier sitzen wir in einem kleinen Cafe und genießen den Rest des Sonntags.






20.06.22 Tifilus
Wir beginnen den Tag nach dem Frühstück mit einer Stadtbesichtigung von Tiflis oder Tbilissi wie die Georgier sagen. Wir brauchen eine Stunde weil für die Stadt eine Demonstration angesagt ist und das Stadtzentrum schon gesperrt ist. Die Arbeitszeit beginnt hier erst um 10:00 und dauert entsprechend lange.
Die Altstadt ist geprägt von der langen kulturellen Entwicklung und der vielfältigen Besatzung der Stadt. Moderne Gebäude und historische Gebäude ergänzen sich in typischen Ensembles und verleihen der Stadt ihren Charakter. 1817 wurde Tiflis mit zaristischer Förderung von 40000 schwäbischen Familien bevölkert, die aus dem rückschrittlichen Deutschland nach dem fortschrittlichen Georgien ausgewandert sind. Ihre Spuren sind auch heute noch sichtbar. Unter Stalin wurden die meisten von ihnen nach Sibirien deportiert. Aber Deutschland hat hier noch einen guten Ruf und wird als das gelobte Land betrachtet.
Bei der Besetzungen durch die Araber wurden viele Georgier als Sklaven verkauft, diese Praxis wurde erst durch den Zaren verboten. Die Vielfalt der Völker schlägt sich auch in den Bauwerken nieder. Christliche Kirchen und Moscheen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Gleichzeitig sind wir auf der Seidenstraße und Karawansereien und alte Bäder säumen den Weg. Über der Stadt thronen die wiederaufgebaute Festung Narikala aus dem 4. Jh. und die berühmte Statue von Kartlis Deda, der "Mutter Georgiens"Die Georgier sind der Meinung das ursprüngliche christliche Mutterland zu sein. Das gleiche behaupten auch die Armenier, aber das werden wir in den nächsten Tagen sehen. Das Kaukasus - Gebiet gilt als das Mutterland der Weinrebe. In Georgien ist der Weinanbau seit 8000 Jahren nachgewiesen und es gibt mindestens 525 Rebsorten. Einige wenige Rotweine besitzen rotes Fruchtfleisch und roten Saft, der als Schwarzwein bezeichnet wird. Bei einer Weinverkostung in einer "Weinbörse" können wir uns auch von der geschmacklichen Vielfalt überzeugen. Es gibt sogar Sekt und Eiswein nach deutscher Art. Die Eigentümerin und ihr Vater begrüßen uns in deutsch und präsentieren uns stolz die unzähligen Weine in ihrem Verkostungsraum.








21.06. Kanchaqur
Unsere Route hat sich geändert. Nach Aserbaidschan können wir nicht einreisen. Wir fahren über Armenien in den Norden vom Iran. Wir haben in Tiflis unsere Visa für den Iran erhalten. Wie es dann weiter geht, liegt an Turkmenistan. Aber wir haben noch ein paar Tage Zeit, mit der Entscheidung zu warten, vorsichtshalber wurden Flüge nach Kasachstan und die Verschiffung der Wohnmobile organisiert. Wir hoffen alle sehr, dass es unnötig ist. Trotzdem werden wir in dieser Welt auf interessanten Routen weiterreisen. Beim Grenzübertritt nach Armenien war Geduld gefragt. Es musste eine Straßen- und Umweltgebühr entrichtet werden, vor der Einreise und eine Versicherung musste abgeschlossen werden nach der Einreise. Ja an der Grenze hat man sich nicht sehr beeilt. Unser Roadcarfahrer Tsyren durfte als Russe kein deutsches Auto über die Grenze fahren, obwohl er alle Vollmachten hatte. Petra hat dann das Roadcar gefahren und Tsyren war der Beifahrer über die Grenze. Über die Berge des Kaukasus, am Rande einer Schlucht sind wir durch kleine Bergdörfer zu unserem Stellplatz nach Kanchaqur gefahren. Wir stehen idyllisch an der Kante der Schlucht deren andere Seite etwa 200m entfernt ist, aber auch etwa 200m tief ist. Am Nachmittag gehen wir noch zum Haghpat-Kloster, ein mittelalterlicher Klosterkomplex, der zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert erbaut wurde. Wir erfahren viel über Religion und Tradition, z.B. das man über die Grabplatten der Priester läuft, da das auf dem Weg zur Kirche die Verbindung zu Gott ist. Als erstes wurde immer der Gavitt gebaut - ein Vorbau der Kirche, der oftmals größer als die Kirche war. Der Hintergrund waren die Erdbeben, auch die Steine wurden wie ein Gürtel um die Bauten geschnürt und verzahnt. Keine der Säulen oder Bögen ist symmetrisch, dies würde Vollkommenheit bedeuten und nur Gott ist vollkommen, deshalb sind alle Elemente in einer symmetrisch aussehenden Asymmetrie gestaltet. Eine weiter Besonderheit, ist ein Steinkreuz mit dem Kruzifix. Das gibt es sonst nicht. Abends findet die erste Weinrunde statt, um die alkoholischen Reserven vor der Einreise in den Iran zu "vernichten". Außerdem ist heute Sommersonnenwende und der längste Tag des Jahres. Übrigens hatten wir heute wieder Pech mit unserer Wasserversorgung. Nach dem Ablassventil, der Pumpe ist nun auch noch das Rückschlagventil der Warmwasserleitung defekt, aber dank der unermüdlichen Geduld unseres Haustechnikers Erwin konnten wir den Schaden reparieren. Wir sind zur Zeit etwas vom Pech verfolgt. Dafür musste Maria alleine mit ins Kloster.




22.06. Sewansee
Wir erwachen inmitten der kaukasischen Berge auf unserem schönen Stellplatz. Nach dem Frühstück geht es in Richtung Sewansee. An der Straße wird gebaut und das ist bitter nötig. An vielen Stellen wechselt ein Schlagloch das andere ab und dann gibt es zusätzlich die Schikanen zum langsam fahren. Besonders in den Ortschaften ist es problematisch und die Sinne werden geschult. Es ist auch wieder ein Einkauf fällig, wir müssen unsere Vorräte auffüllen. Unser Womo erregt die Aufmerksamkeit einiger älterer Männer. Sie wollen wissen wo wir herkommen. Deutschland ist unbekannt aber Deutsche Demokratische Republik ist ihnen geläufig. Wir zeigen ihnen unser Auto und sie sind begeistert. Es geht nun immer weiter nach oben. Wir fahren durch ein großes Waldgebiet, das Naturschutzgebiet Dilijan. Um uns sehen wir schon die schneebedeckten Berggipfel des Kaukasus. Wir passieren die sauberen Dörfer der Molokaner, einer speziellen christlichen Gemeinschaft, die als Abtrünnige der russisch-othodoxen Kirche hier leben und die moderne Lebensweise ablehnen. An jedes Wohngrundstück schließen ordentlich gepflegte Gärten an und die Häuser sind an den Straßen aufgereiht. Ähnlich wie im Spreewald wird Gemüse angebaut und als Konserve am Straßenrand angeboten. Wir decken uns für die nächsten Tage ein. In einem kleinen Restaurant trinken wir Kaffee und essen etwas: Borscht und gegrilltes Kotelett und Schweinebauch. Nach einem längeren Tunnel ist die Landschaft völlig verändert, der Wald ist weg und die sanften grünen Almen werden von Kuhhirten mit ihren Herden bevölkert. Von den Bergen zieht ein Unwetter heran und bringt Regen und Hagel mit sich. Der Sewansee auf 1800 m Höhe ist wärmer als die Lufttemperatur. Aber es kann dann nur noch besser werden und wir gehen optimistisch in die Nacht.
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23.06. Jerewan
Diram hat uns sehr viel Informationen über Armenien, als das erste christliche Land, erzählt. In der Geschichte war dieses Land zum Spielball zwischen den islamischen Staaten der Turkvölker geworden. Nach der Besetzung durch die Türkei und Aserbaidschan und dem Völkermord an den Westarmeniern gibt nur noch Russland eine Garantie zum Fortbestand Armeniens. Der einzige gute Nachbar scheint Iran zu sein, dort werden die alten Kulturdenkmäler vom Staat geschützt und der armenischen Bevölkerung ihre Kultur erhalten. Morgens ist die Landschaft sonnenüberflutet bei klarer Luft und ich nehme bei 11 Grad ein kühles Bad im Sewansee, das Wasser ist geringfügig wärmer. Um 9:00 besichtigen wir eine alte Klosteranlage in Sewanavank einer Halbinsel die noch vor 100 Jahren durch den damals höheren Wasserstand des Sees eine Insel war. Dann führt uns der Weg durch die Berge, an tiefen Schluchten und gewaltigen Industrie- und auch Hotelanlagen aus der Sowjetzeit vorbei, durch kleine Dörfer bis zu unserem Stellplatz an einem Hotel, am Rande der Hauptstadt Jerewan. Nachdem wir etwas ausgeruht haben, gehen wir am Abend in die Oper zu "La Traviata".
24.06.
Heute ist ein Bus bestellt und es geht in die Berge. Das Ziel ist ein Wehrkloster in den Bergen. Auf dem Weg dorthin kommen wir im Dorf Garni zu einem Tempel aus griechisch-römischer Zeit, der auf 24 Säulen steht und vollständig aus Basalt besteht, der hier reichlich vorhanden ist. Die Bergwelt ist fantastisch anzuschauen. Es gibt einen herrlichen Blick über die Asat-Schlucht. In der Ferne ist schon der Ararat zu erahnen. Wir passieren ein Dorf, welches von Erdbeben und Erdrutschen gezeichnet ist. Am Ende der Straße erreichen wir die Klosteranlage Geghard, die zum großen Teil in den Fels geschlagen wurde. In der Hauptkirche mit einer ausgezeichneten Akustik singt Diram einige kirchlichen Psalmen. Alle sind davon tief berührt.
Von dort aus fahren wir zu einer Stadtrundfahrt durch Jerewan. Das Wahrzeichen ist die Kaskade, von der man oben einen weiten Blick über die Stadt hat. Die Straßen sind mit Baumalleen verschiedener Baumarten bewachsen. Baumaterial der Gebäude ist rötlicher Tuffstein. Im Gegensatz dazu werden auf dem Land von Hand gefertigte Lehmziegel als Baumaterial verwendet. Die Stadt wurde im vorigen Jahrhundert vollkommen neu gestaltet, ist aber nicht vollendet worden. Eine ringförmige Parkanlage umschließt das Stadtzentrum. Die Stadt wurde zur Sowjetzeit gebaut. Vorbei an Regierungsgebäuden, KGB und Radio Jerewan, sowie verschiedenen Universitäten fahren wir durch die Stadt.
Frage von Radio Jerewan:
,Kann Gott auch in die kommunistische Partei?'
Antwort: ,Im Prinzip ja, aber vorher muss er aus der Kirche austreten'.
Unser nächstes Ziel ist Die Firma Ararat, das Zentrum der armenischen Cognac-Produktion, und wir erleben im Museum des Betriebes einen Rundgang zur Herstellung von armenischem Brandy, einschließlich einer Verkostung. Es ist eine sehr informativ. Leider können wir keine Kostprobe mitnehmen, weil wir in den Iran keinen Alkohol einführen dürfen. Das Abendessen mit typischen armenischen Speisen genießen wir im Zentrum von Eriwan.















25.06.
Der Morgen beginnt mit der Fahrt zum Khor Wirap Komplex. Es ist ein armenischer Wallfahrtsort. Von hier haben wir den kürzesten Blick auf den Ararat. Unmittelbar vor dem Kloster befinden sich die Grenzzäune zur Türkei. Die Armenier reden sich den Berg zum höchsten Berg der Welt ein, weil es ein einzelner Berg ist, und gemessen von der Umgebung und nicht über NN. Der Bibel zufolge soll am Gipfel des Ararat nach der großen Sintflut die Arche Noah gestrandet sein.
Weiter geht es zur Besichtigung von Norawank ( ,Neues Kloster'), eines der bekanntesten armenischen Touristenattraktionen, welches eine Aufnahme in das UNESCO Weltkulturerbe anstrebt. Vorbei kommen wir an Gemüsefeldern, Aprikosenplantagen, wo die Ernte im Gange ist. Die Araratebene ist sehr fruchtbares Land und trägt zu 15% der landwirtschaftlichen Produktion Armeniens bei.
Unterwegs halten wir in dem Weindorf Areni an und sitzen auf einer grünen Terrasse im Garten. Leider können wir keinen Wein kaufen, da wir übermorgen in den Iran einreisen und dort Alkohol offiziell verboten ist.
Auf dem Stellplatz angekommen, gibt es erstmal Aperol von Erwin und Margit. Die Kulisse dazu mitten in den Bergen ist atemberaubend. Heute Abend müssen noch einige Flaschen Wein vor der Konfiszierung bewahrt werden. Max will uns dabei helfen.





26.06.2022 Dschermuk
Wir schlafen aus und fahren nach einer verregneten Nacht los. Nach einigen Kilometern finden wir eine Bäckerei und kaufen frisches Brot. Noch einige Kilometer weiter finden wir in einem Tal am Fluss einen Platz zum Frühstück. Unser nächste Ziel ist Dschermuk, ein Kurort in den armenischen Bergen, ähnlich wie Karlsbad. Hier gibt es warme Heilquellen Kurkliniken und Hotels. Der Weg dorthin führt durch eine gigantische Berglandschaft bis auf über 2000 m Höhe und wieder zurück auf die Hauptstraße. Diese Straße der Region Syunik führt über den Vorotan-Pass, einen der malerischsten Orte in Armenien. Der Pass liegt auf 2344 Metern über dem Meeresspiegel, wo Landschaften sich gegenseitig verändern und die ganze Schönheit und Vielfalt der Natur offenbaren.
Schließlich erreichen wir Halidsor. Seit dem 16. Oktober 2010 ist das Kloster durch die Seilbahn Tatev über die Worotan-Schlucht mit dem Ort Halidsor verbunden. In elf Minuten können Besucher nun das ganze Jahr über das Kloster erreichen. Die Seilbahn ist mit 5750 Metern die längste, in einer Sektion mit einem durchgehenden Tragseil ausgeführte Pendelbahn der Welt. Das Kloster Tatev wird mit Hilfe dieser Seilbahn saniert. Leider ist vieles hier der Zeit zum Opfer gefallen, so gibt es alte Wein- und Ölpressen mit deren Hilfe aus verschiedenen Früchten Öl gepresst wurde. Seit einigen Jahren ist die gewundene Straße die einzige Verbindung von Armenien und wird zur Zeit ausgebaut. Unmittelbar neben dem Kloster ist unser Stellplatz und wir nehmen Abschied von unserem armenischen Guide Diran. Im Anschluss verwerten wir unseren restlichen Wein und Speck und trinken auf Lotti’s Gesundheit, denn morgen hat sie Geburtstag.







