26.08. Chudschand
Halb sieben sind alle schon auf den Beinen, denn heute wollen wir um 9:00 an der Grenze nach Tadschikistan sein. Alles klappt sehr gut und wir stehen gegen 12:30 auf der anderen Seite, in einem der ärmsten Länder der Welt. Hier empfangen uns unsere Guides Anush und Zamira Pilatovna. Die Landschaft verändert sich wieder, das Ferganatal weicht einer Steppe und erst als wir in das Tal des Syr-Darja kommen, ist alles wieder grün. Überall fahren wir an Baumwollfelder vorbei und die Bauern sind mit Pflege und Spritzarbeiten beschäftigt. Wir erreichen unseren Stellplatz in Chudschand, einer 2500 Jahre alten Stadt (326 v.c. Alexander der Große). Hier ist das Land der Aprikosen und es gibt ca. 300 verschiedene Aprikosensorten.
Wir sind in das 17. Land unserer Reise eingereist und haben mehr al 18000 Reisekilometer zurück gelegt und sind 101 Tag für unterwegs.
27.08.
Gegen 10:00 erwartet uns der Bus und eine Polizeieskorte zur Stadtbesichtigung von Chudchand. Zunächst fahren wir zum Museum in der alten Festung. Es gibt einen Raum für einen der Helden der Stadt, für Alexander den Großen, der vor 2500 Jahren die Stadt erweitert hat. Alexandes Lebensstationen werden in einer bildlichen Darstellung aus 2007 festgehalten. Das Besondere ist, daß die Monumentalbilder in Form von Mosaiken aus Steinen des Pamirs von einem einheimischen Meister gefertigt wurden. Im Museum ist weiter die Geschichte der Stadt und ihrer Nationalhelden beschrieben. Mit unserer Polizeieskorte geht es über rote Ampeln und für uns eingerichtete Absperrungen durch die Stadt bis zum Palast. Das ist Ein 1950 entstandener Nachbau von Petershof in Petersburg. Der damalige Leiter der Kolchose in Chudchand war Vertreter Tadschikistans im Obersten Sowjet und hat sich hier sein Büro eingerichtet. Er war schon ein besonderer Mensch über 2 m groß und 176 kg schwer. Privat lebte er sehr bescheiden. In der Kolchose, die sehr erfolgreich war, wurden im Laufe der Zeit 20 Mitarbeiter als Helden der Sowjetunion ausgezeichnet. Die Malereien sind sehr farbecht, aber die Zusammensetzung bleibt ein Geheimnis des unbekannten Meisters. Der Basar als Mittelpunkt der Stadt ist auch wieder beeindruckend. Am Abend sind wir mit Studenten und Lehrkräften der Hochschule, die die deutsche Sprache lehren oder erlernen, gemeinsam Osh essen. Ein sehr interessanter Tag neigt sich dem Ende zu.







28.08.
Wir nähern unser immer mehr dem für alle wohl begehrten Pamir Highway. Heute geht es über 2 berühmt, berüchtigte Pässe, bzw. Tunnel in die Hauptstadt von Tadschikistan, Duschanbe. Über den Syrdarja verlassen wir die Stadt und begeben uns auf die Autobahn M34 über die Pässe mit ihren Tunneln Anzob (5400m) und Shahriston Tunnel 5253 m. Die Tunnel sind ein Erlebnis. Kein Licht, keine Belüftung und Verkehr. In dem ersten Tunnel tritt aus der Dunkelheit ein Straßenkehrer, der dort arbeitet. Im zweiten Tunnel sind zweimal LKW liegengeblieben und wechseln in der Dunkelheit defekte Reifen. Wir sind immer wieder froh den Himmel zu erblicken. Das Erlebnis heute ist die Landschaft. Der Anzob-Pass im Süden, etwa 90 Kilometer (56 Meilen) nördlich von Duschanbe auf etwa 11.000 Fuß (3.400 m), ist einer der tückischsten Gebirgspässe Zentralasiens. Am 23. Oktober 1997 tötete eine Lawine 46 Menschen und begrub 15 Lastwagen und Autos unter sich. [6] Die Lawine war so groß, dass die vermeintlichen Retter zwei Wochen brauchten, um die Opfer zu erreichen. [6] Aufgrund der Bedeutung der Route, die den Norden mit dem Süden verbindet, und ihrer Gefahrenstufe wurde der 5 Kilometer lange Anzob-Tunnel gebaut. Unterwegs kehren wir im berühmten Du Scher ein und genießen Tandir Kebab, welches sehr lange auf Wacholderholz gekocht wird. Die ganze Umgebung riecht wacholdrig.
Die Serpentinen auf und ab fordern unser WoMo und auch meinen geduldigen Piloten. Die LKW fahren wie die Berserker. PKW überholen rechts und links, der Sicherheitsabstand wird zum Sprungbrett von eiligen Verkehrsteilnehmern. Gegenverkehr und Sperrlinie scheinen keine Bedeutung zu haben. So hat ein Tanklaster uns beim Überholen von der Straße gedrängt, Richtung Abgrund. Gott sei Dank ist nur Spiegel und Blinker weggeflogen und Gerd hat alles gegeben, uns sicher zum Stehen zu bringen. Beim Einsammeln der Teile wurde der überholende Gegenverkehr zum Risiko. Also durchatmen und sachte erstmal weiter und Puls runterfahren. Die Stadt Duschanbe empfängt uns mit wundervollen Parks, am Fluss fahren wir durch die ganze Stadt. Am Abend wird Spiegel repariert, er sieht aus wie neu und wird uns bis nach Hause, oder zumindest bis in die Türkei begleiten, und es wird die Ruhe genossen.
29.08. Duschanbe Heute besichtigen wir die Hauptstadt Duschanbe. Die Stadt ist sehr großzügig angelegt und voller Grünanlagen und Blumenrabatten. Der Reichtum des Landes besteht in seiner einzigartigen Natur und dem Reichtum an Bodenschätzen aller Art. Das äußere Erscheinungsbild wird von der Regierung sehr gepflegt. So gibt es hier den höchsten Fahnenmast der Welt, der ca. 180 m hoch ist und eine Fahne von 30 x 60 m trägt. Der Präsidentenpalast ist sehr prunkvoll gebaut und trägt eine Kuppel aus Wolfram. Der Präsident wird dennoch von den Menschen verehrt, obwohl der Familienclan die wichtigsten staatlichen Ämter inne hat. Die Stadt strotzt von Denkmälern und Skulpturen und kann es mit vielen anderen Städten aufnehmen. Die Bibliothek ist in Form eines aufgeschlagenen Buches gebaut. Wir essen gemeinsam in einem Restaurant mit typischen turkmenischen Speisen. Ein Besuch auf dem Basar darf nicht fehlen. Er ist neu und gewaltig und sehr schön. Dann wartet noch ein Höhepunkt auf uns, Zamira spricht immer vom Palast, den wir uns unbedingt noch anschauen müssten. Der Kokhi Navruz Palast zählt zu den neuzeitlichen Monumentalbauten in der relativ jungen Hauptstadt Duschanbe. Seit Beginn des 21. Jh. sorgt die Stadtverwaltung in Duschanbe mit der Errichtung unzähliger Monumentalbauten für einen markanten Wandel im Stadtbild. Die alte, bestimmt nicht durchgängig triste, sowjetische Architektur verschwindet Stück für Stück. Und damit verschwindet auch der alte Charakter der Stadt leider unwiederbringlich. Der neue Monumentalbau wird in der Regel von ausländischen Investoren finanziert (weil der öffentlichen Hand das Geld hierfür fehlt) und steht im krassen Widerspruch zu der offensichtlichen Armut der Bevölkerung. Mit dem Kokhi Navruz Palast wurde allerdings gleichzeitig auch ein umfassendes Porträt der zentralasiatischen Handwerkskunst errichtet. Und das erschließt sich einem erst bei der Besichtigung der Räumlichkeiten. Vier Jahre wurde an diesem Palast und seiner Innenausstattung gearbeitet (2014 fertiggestellt). Die gesamte Gestaltung der Innenräume besteht aus hochwertiger tadschikischer Handwerkskunst. Marmormosaik, Holztüren aus Nussbaum mit Intarsien, kunstvoll geschnitzte Säulen aus Zeder, Spiegelmosaike, filigrane Gips-Reliefs und Decken mit Blattgold-Verzierungen sind zu bestaunen. Überwältigend und komisch! Man führt uns mit Stolz zum Marmorsaal, in dem Edelsteine und Halbedelsteine zu Mosaiken und Wandschmuck verarbeitet wurde. Noch eine Steigerung bringt der goldene Saal mit der größten Kuppel Zentralasien und einem Kronleuchter, der sieben Tonnen wiegt. Hier finden die Treffen der Staatsoberhäupter statt. Dann kommt noch etwas ganz besonderes, der große Bankettsaal aus Holz. Hier wurden 92 verschiedene Hölzer in den Wänden, Türen und Intarsien zu Parkett verarbeitet. Die Schnitzereien zeigen eine hohe Handwerkskunst der Meister. Das Besondere ist der berauschende Duft des Holzes. Es riecht wie im Wald. Und das in einem der ärmsten Länder der Welt: ein Land der Gegensätze. Vor allem Jugendliche und gut ausgebildete Menschen suchen den Weg nach Europa oder nach Russland.




















30.08. Kulob
Der Morgen geht mit warten los. Gerds Permit ist nicht mit dem Pass identisch. So starten wir erst nach 10:00, weil unsere Pässe nochmal zur Polizei mussten. Dann die Pflicht-tanken-Geld beschaffen-einkaufen. Als erstes fahren wir zu einem wichtigen Staudamm. Der Nurek-Staudamm in Tadschikistan in Zentralasien ist mit 300 m Höhe zusammen mit Jinping I die zurzeit höchste Talsperre der Erde und könnte nach Fertigstellung des Rogun-Staudamms die zweithöchste werden, falls dieser so hoch gebaut wird, wie ursprünglich geplant. Der Nurek-Staudamm am Stadtrand von Norak staut den Fluss Wachsch, einen Quellfluss des Amudarja, etwa 50 km östlich der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe unterhalb des in Bau befindlichen Rogun-Staudamms. Er wurde zwischen 1961 und 1980 erbaut. Die Talsperre hat einen 704 m langen Steinschüttdamm mit Kerndichtung und ein Bauwerksvolumen von 54 Mio. m³ (laut anderen Quellen 58 Mio. m³). Der Staudamm ist mit einem inneren Kern aus Lehm/Ton abgedichtet, der 16 m unter die Flusssohle reicht. Das Gebiet ist sehr erdbebengefährdet, weswegen ein Schüttdamm gewählt und kein Beton verwendet wurde. Der Speicherraum des Stausees beträgt 10,5 Milliarden m³, die Wasseroberfläche 98 km². Das mit dem Staudamm gemeinsam erbaute Wasserkraftwerk hatte in der ersten Ausbaustufe mit neun Turbinen eine installierte Leistung von 2,7 GW, nach einem später erfolgten Umbau 3 GW. Diese Leistung reicht aus, um nahezu ganz Tadschikistan mit elektrischer Energie zu versorgen. Wir haben es geschafft auf die Staumauer zu fahren und mit dem Boot den Stausee zu befahren. Ein technisches Highlight und wunderschön. Wir entdecken schwimmende Villen von Persönlichkeiten. Ganz legal war unsere Besichtigung nicht-wie uns das gelungen ist, erzählen wir Euch später. Nun geht es straff in Richtung Pamir. Wir stehen auf dem Flughafen in Kulob, nicht ganz auf dem Rollfeld. Am abendlichen Meeting ging es, wie seid Tagen immer wieder, um die Route und Strecken vom Pamir Highway.






31.08. Qalai Chumb Die Nacht ist etwas unruhig. Der ganze Platz ist morgens ab 2:30 vollgeparkt mit kommenden und gehenden Fluggästen. Auch die Abflüge und Ankünfte sind nicht zu überhören. Unser Ziel ist Qalai Chumb. Es wird ein unbeschreibliches Erlebnis unserer schönen Welt. Die Natur hat ständig neue Wunder für uns parat. Sie auf Fotos einzufangen ist nur ein geringer Versuch. Kurz vor Anchirob i Bolo besuchen wir einen Aussichtpunkt, wo man einen Rundblick durch das ganze Tal hat. Hier sieht man auch schon den Grenzfluss und das dadurch geteilte Land in Afghanistan und Tadschikistan. Dann stehen wir vor der Entscheidung, ein Weg führt über den Fluss zum Grenzübergang nach Afghanistan und der andere auf der rechten Seite des Flusses bergauf – wir entscheiden uns gegen den Grenzübergang. Obwohl wir mit unserem gültigen Pass problemlos in Afghanistan einreisen könnten. Viele km fahren wir auf einer neuen Straße direkt am Panj Fluss entlang. Er ist der mit 921 km lange, linke Quellfluss des Amudarja. Der Fluss und seine Brücke bei Pandsch Pojon haben strategische Bedeutung, leider auch für den Drogenhandel. Diese Brücke ist für die Verbindung Kabul, Kundus, Duschanbe und in Richtung Russland von Bedeutung. Der Straßenbau ist hier auch eine Herausforderung. Immer wieder gibt es von den riesigen Bergen Lawinen und Muren, welche die Straße verschütten und auch zerstören. Der Grenzfluss teilt das gewaltige Tal und bildet teilweise sehr enge Schluchten. An den Sandbänken versuchen die Menschen die blutigen Tränen der Berge zu waschen, und damit ihr Glück zu finden. Man sieht die Menschen in Afghanistan in ihren Dörfern, Kinder baden im Fluss. In Gesprächen mit den Menschen kommt immer wieder der Wunsch nach Frieden und nach einem friedlichen Zusammenleben zum Ausdruck. Unser Stellplatz in Qalai Chumb liegt im Westen Berg-Badachschans am Fluss Pandj, der in dieser Region die Grenze zwischen Tadschikistan und dem südlichen Nachbarland Afghanistan bildet. Der Ort ist von den Gipfeln des Pamir-Gebirges geprägt, die hier eine Höhe von mehr als 4000 Metern erreichen. Der Pamir-Highway verläuft durch das Pamir-Gebirge, welches mit den südlich und südöstlich angrenzenden Gebirgen Karakorum, Hindukusch und Himalaya zu den höchsten Gebirgen der Welt zählt. Der Begriff „Pamir“ stammt aus dem Farsi-Wortschatz und bedeutet „das Dach der Welt“. Dieser Name würdigt die enorme Höhe des Pamir-Bergmassivs: der Pik Ismoil Somoni ist mit 7495 m die höchste Erhebung Tadshikistans, ansonsten liegt alles im Bereich zwischen 5000 und 6500 m Höhe. Der Pamir-Highway verläuft in diesem Gebirge auf ca. 4000 m Höhe über ein Hochplateau und beinhaltet einige Pässe bis 4655 m Höhe.










01.09. Vanj
Wir brechen früh auf, vor uns liegt eine herausfordernde Etappe. Die Straße oder besser die Piste hat nur wenig Abschnitte, die man mit 30 km/h befahren kann meist sind es nur 5 - 10 km/h. Löcher, in denen ein Rad Platz findet Steine und Felsen, die 20.....30 cm aus dem Boden ragen, Querrinnen und Steinlawinen, die die Fahrbahn auf weniger als 2 m schrumpfen lassen. Dazu kommt ständiges bergauf und bergab, gewürzt mit scharfen Kurven. In den Ortsdurchfahrten engen Alleebäume nach rechts und links zusätzlich ein und im Gegenverkehr schwere LKW-Sattelzüge. Dafür entschädigt die einmalige Landschaft, hohe kahle Berge in vielen Farben, tiefe Schluchten und dort, wo Wasser die Berge herabstürzt sind grüne Inseln auf denen sich Menschen niedergelassen haben und Landwirtschaft betreiben. In der Ferne sehen wir immer wieder die von Schnee bedeckten Gipfel am Dach der Welt. Wir sind immer noch am Grenzfluss Panj und auf der anderen Seite ist Afghanistan. Die Dörfer dort gleichen denen auf dieser Seite der Grenze und sind zum Greifen nahe, es ist nur die Flussbreite von stellenweise 100 oder 200 m. Heute, am 01.09. ist Schulanfang und die Kinder gehen stolz mit ihren blauen Schuluniformen zur Schule. Ab Oktober bauen die bauen die Chinesen in 4 Jahren die Strecke aus. Es müssen 200km, 156 Brücken und über 20 Tunnel gebaut werden. Der Stellplatz heute Abend ist das Zentrum der Bauarbeiten und die Baustelleneinrichtung läuft in vollem Gange.








02.09. Khuroq
Heute liegen wieder abenteuerliche 160 km vor uns und immer noch an der afghanischen Grenze entlang. Die Straße ist nicht viel besser als gestern und es kommen vermehrt Transporte von Baumaschinen und Baumaterial für die Baustelle der neuen Straße. Ein großer Kipplaster hat sich im Gegenverkehr festgefahren und es dauert eine Weile bis er wieder fährt. In einer Kurve hat ein Tieflader seinen Kontainer seinen Kontainer abgekippt und versperrt fast die gesamte Straße.LKW kommen dort nicht mehr durch und uns ist die Ursache nicht klar. Es könnte ein Stein sein, der aus der Felswand gebrochen ist oder der Aufbau ist am überhängenden Felsen hängen geblieben. Immer wieder stehen LKWs, die repariert werden und die Fahrer sind nicht zu beneiden. Die Straße fordert alles von den Fahrern aber auch von uns. Über all dem thront die gewaltige Bergwelt des Pamir mit seinen Gletschern und Gipfeln, den Schluchten und Tälern. Geschafft von der anstrengenden Fahrt erreichen wir Khuroq, das Zentrum von Berg Badachshan, einer Stadt mit ca. 30000 EW. Am Abend berichtet ein Ethnologe über die Besonderheiten der Menschen in den Bergen, die eine reiche Geschichte hatten, bevor die Engländer vom Süden und die Russen vom Norden her das Gebiet besetzten und die willkürlichen Grenzen zogen. Tibet, Hindukusch, Karakorum und Pamir gehören in dieser Beziehung zusammen.








3.09. Ishkoshim
Es war eine ruhige kühle Nacht und wir starten mit Respekt vor der Piste schon 07:30. Das stellt gleich ein Problem dar, die Stadt ist gesperrt. Ein Anruf von Dima - wie er es auch gemacht hat, wir werden sehr freundlich durchgewunken. Alle Posten grüßen uns freundlich. Die Stadt ist autoleer und alle Menschen sind festlich gekleidet auf den Beinen. Die Stadt wirkt feierlich. Aber wir fahren zielgerichtet in Richtung Ishkoshim.Ishkoshim ist eine Stadt direkt an der Grenze zu Afghanistan, die vom Fluss Pandj markiert wird. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich die afghanische Ortschaft Ishkashim. Die Region ist geprägt vom Pamir-Gebirge, im Nordwesten der Stadt befindet sich der mit Schnee bedeckte 6096 Meter hohe Pik Majakowski, er bestimmt das Bild der Gegend. Zu Sowjetzeiten war der Ort ein bekannter Kurort und von Touristen gut besucht. Nach der Unabhängigkeit Tadschikistans 1991 wurde dieser Erwerbszweig ebenso wie die Straßenerhaltung zunehmend vernachlässigt, sodass heute nur wenige Touristen kommen. Die gegenüberliegende afghanische Region gilt als relativ sicher. Am 31. Oktober 2006 wurde eine von der Aga-Khan-Stiftung finanzierte Brücke über den Pandj zwischen Tadschikistan und Afghanistan eingeweiht. Das von den Regierungen Tadschikistans und Afghanistans unterstützte Projekt soll den Austausch zwischen den beiden Staaten stärken. Noch vor zwei Jahren gab es an der Grenze im Niemandsland auf einer Insel zwischen den Brücken einen Basar, der von beiden Seiten besucht werden konnte. Er wurde jedoch wegen Corona geschlossen und seitdem nicht wieder zugelassen. Wenn die Umstände es zulassen, findet jeden Samstag ein Markt auf einer Insel (Niemandsland) im Pandj statt. Die Straße ist heute passabler, die Natur grandios. Große schneebedeckte Bergketten tun sich vor uns auf.





4.09. Khorog
Beim Meeting gestern abend haben wir erfahren, dass wir hier nicht weiter fahren können. Es gab einen größeren Bergrutsch und eine Brücke wurde zerstört und die Straße wird repariert. Polizei und Allradgruppe sagen : No go!!!
Also fahren wir mit einer anderen Sicht nach Khorog zurück und werden dann morgen von hier aus nach Murghab starten. Diese Etappe in den Hochpamir von 300 km teilen wir in zwei Tagesetappen. Auch hier werden wir zurück fahren müssen. Auch unsere Einreise nach Usbekistan verschiebt sich. Wir können erst am 17.09. nach Samarkand. Hier findet gerade eine Konferenz der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit statt. Wichtige Vertreter aller mittelasiatischen Länder, Russland und China, Türkei und Indien treffen dort zur Abstimmung ihrer Politik. Es geht darum. was der Rest der Welt so plant im Zuge der westlichen russophoben Sanktionshysterie. Somit müssen wir in Richtung Tashkent zurück und von da aus nach Samarkand. Ab 18.9. können wir Samarkand besuchen. Somit machen wir an einem See etwas Urlaub. Die Fahrt war heute sehr relaxt. In Kuhi lal können wir die Edelsteinmine in den Bergen sehen. Bei einer Rast konnten wir Sprengungen hören, die wohl aus den Spinell Minen gekommen sind. Am Nachmittag war es einmal ganz gemütlich. Unser Stellplatz ist am Fluss in der Nähe des botanischen Gartens.




05.09. Sanatorium Jelondy
Heute geht es auf 3600 m Höhe und wir brechen früh auf, kaufen noch Brot und Gemüse, tauschen noch etwas Geld und los geht's. Die Kinder gehen gerade zur Schule und manche haben einen Weg von 10 km, früh hin und mittags zurück. Die Bauern sind schon auf dem Feld und bei der Ernte. Alles wird von den Frauen mit der Sichel geerntet. Weizen, Roggen und Erbsen wachsen gemeinsam und werden zu Garben gebunden, getrocknet und später ausgedroschen. Es geht 120 km bergauf und ein Dorf wechselt in dem engen Tal das andere ab. Auch die Häuser verändern sich wieder. Alles sieht sehr gepflegt aus, die Häuser haben Vorgärten und sind wie in den Alpen wegen der Wärme mit den Viehställen gekoppelt. Dieser Typ wird Pamirhaus genannt. Unterwegs treffen wir auf Brücken, wie wir sie bereits aus dem Nepal kennen. Als wir unser Ziel erreichen nutzen wir die heißen Quellen eines Sanatoriums. Am Abend essen wir ein typisches tadschikischen Hirtengericht, welches Dima und Anush bereiten.







6.09. Murghob
Nach einer sehr kalten Nacht starten wir sehr zeitig in Richtung Murghob.
Murghob befindet sich im Hochgebirge des Pamir und liegt 3630 m hoch. Zu Sowjetzeiten, war es die höchste Stadt der Sowjetunion. Über die Brücke des gleichnamigen Flusses führt der Pamir Highway, von hier geht auch ein Abzweig nach China.
Die Region ist extrem dünn besiedelt und das Leben der Bauern und Menschen ist hart. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt minus drei Grad Celsius, die Amplitude reicht von plus 40 bis minus 50 Grad. Der Koitezek Pass mit 4270m ist der höchste Punkt unserer Reise. Von da aus eröffnet sich uns das Dach der Welt, mit einer Riesenebene auf über 4000 m, die wir ca. 100 km durchfahren und welche immer neue Aussichten bietet. Felsen und Berge mit vielen bunten Farben begleiten uns. Ab und zu treffen wir Hirten mit ihren Herden, die in der kargen Landschaft ihren Lebensunterhalt bestreiten. Der Weg ist sehr strapaziös und über weite Strecken unbefestigt. Die Hälfte der Gruppe fährt nach dem Pass zurück. Bis Murghob sind nur fünf + zwei Begleitfahrzeuge gekommen. Wir haben morgen eine Mammut-Tour vor uns. In der Morgendämmerung wollen wir starten.
Auf dem Dach der Welt







7.09. Murghab Khorog
Wir konnten ja wegen einem Erdrutsch zwischen Ischkaschom und Murghab keine Runde durch den Pamir fahren, somit sind wir den Pamir Highway von Khorog aus einmal nach Ischkashom und zurück und einmal nach Murghab und zurück tief in den Hochpamir gefahren. Heute geht es aus Zeitgründen die ganze Strecke nach Khorog zurück. Einige Mitreisende sind gestern schon eher umgedreht. Die Stecke beträgt 320 km, wir sind fast 9 Stunden unterwegs. Deshalb sind wir in der Dämmerung 5:30 vor Sonnenaufgang gestartet. Ein neues Erlebnis. Der Sonnenaufgang über den Bergen und das bei Temperaturen um 4 Grad. Mit einer Pause sind wir gut wieder in Khorog angekommen und zur Belohnung gehen wir abends indisch essen.







08.09. Vanj
Wir verlassen die Hauptstadt des Pamirs mit vielen interessanten Eindrücken und begeben uns auf den Weg in Richtung Dushanbe. Die ersten zwei Etappen haben es in sich. Für die ersten 160 km brauchen wir fast neun Stunden. Unterwegs tanken wir noch frisches Quellwasser aus dem Pamir. Auf der engen Straße begegnen uns immer wieder schwere LKW, die Steinkohle in die eine Richtung und andere, die Maschinen für den Straßenbau in der anderen Richtung transportieren. Auf dem Weg treffen wir Radfahrer aus Frankreich und Österreich, Motorradfahrer aus Tschechien und Wohnmobilisten aus Bayern mit einem betagten Expeditionsfahrzeug. Abends bereiten wir uns auf unseren nächste Etappe vor, vor der die Meisten viel Respekt haben.







9.09. in 2 Etappen nach Dushanbe
Die für heute gefürchtete 1. Etappe über eine wirklich schlechte Piste meistern wir super. Heute ist Video Tag. Die Piste mal live für die Erinnerung zu konservieren ist uns wichtig. Wir kommen zur Mittagszeit in Qualai Kumb an, die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei etwa 20 km/h. Das Plov im Restaurant am Fluss haben wir in guter Erinnerung. Wir genießen den Fluss, die Gesellschaft mit weiteren Mitreisenden, den Wind im Schatten, und natürlich das Essen. Später fahren wir zur Autowäsche. Dort sitzen wir in netter Gemeinschaft auf dem Teppich im Schatten und bekommen hinterher einen fast neuen Wagen.







10.09. Dushambe
Der Weg aus dem Pamir-Gebiet führt mittlerweile über eine neu gebaute Straße bis Khulob und dann durch das Gebirge nach Dushanbe. Es zeigt sich, daß Straßenbau in diesen extremen Lagen, wie dem Panj-Tal, gar nicht so einfach ist. Die Markierungen sind noch im Bau und da haben Erdrutsche und Steinstürze die neue Fahrbahn schon wieder schwer beschädigt oder sogar Sicherungsbauwerke weggefegt. Überall gibt es freundliche Menschen und an den Kontrollposten kommen wir immer wieder mit den Grenzpolizisten ins Gespräch. Am letzten Kontrollpunkt war ein Offizier und ein Soldat, der fragte gezielt ob die Frau im Auto meine Frau wäre, er habe vier Frauen und der Offizier sagte, daß er zwei Frauen hatte. So ist das eben, andere Länder - andere Sitten. Dann kaufen wir, wie die meisten Mitreisenden, noch für die nächsten Tage ein und reinigen unser WoMo innen vom Staub des Pamir. Am Abend sind wir von unserer Teamführung zum Essen eingeladen und bei interessanten Gesprächen lassen wir den Abend ausklingen.




11.09. Buston an der Grenze nach Usbekistan
Wir verlassen Dushanbe und das Pamir-Gebiet endgültig. Es geht wieder über die Berge und ein zweites Mal durch den 5 km langen gefährlichsten Tunnel der Welt. Dieses Mal ist er sogar spärlich beleuchtet, die Elektriker sind noch bei der Arbeit und es war deutlich besser als am 28.August. Die schroffen Berge und Täler sind wieder sehr schön anzusehen, obwohl ein Dunstschleier sie sehr geheimnisvoll erscheinen lässt. Nach 360 km erreichen wir Buston, eine Stadt mit ca. 133 TEW und treffen uns auf unserem Stellplatz am Kulturpalast. Nach dem Meeting wartet noch eine Überraschung auf uns. Der Bürgermeister begrüßt uns mit einer Führung durch den Kulturpalast mit einem Konzertsaal für 1000 Gäste, der nach drei Jahren Bauzeit vor zwei Jahren in Betrieb gegangen ist. Wir stehen in einem Gebäude, gefertigt mit überwältigender handwerklicher Traditionskunst und im Park entstand eine dreidimensionale Nachbildung des Landes mit seinen vielen Bergen. Viele Erweiterungen sind noch im Plan. Viele Veranstaltungen sind für die Bürger kostenlos. Mit Stolz berichtet er vom Bau eines Baumwollveredelungszentrum in welchem die 35000 t Baumwolle der Region zu Fertigprodukten verarbeitet werden sollen. Der Präsident und die Regierung in Dushanbe fördern solche Initiativen großzügig. Dann erfahren wir, das die Bauern und kleinen Handwerker von Steuern befreit sind, um die Eigeninitiative zu fördern. Dann erklärt er, das wir uns hätten anmelden sollen um die Gastfreundschaft genießen zu können. Er lädt uns alle zum Abendessen und für morgen zum Frühstück ein. Dann werden Früchte und ein typisch tadschikisches Fleischgericht serviert. In einer kurzen Ansprache bittet er uns wiederzukommen und in Europa für sein schönes Heimatland zu werben.







