09.08. Karakol
Nach einer kühlen regenreichen Nacht werden wir von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, die im Osten über den Bergspitzen erscheinen. Zur gleichen Zeit treibt der Hirte seine Kühe auf die Alm. Um 08:00 soll die Grenze öffnen. Die Frage ist nur, welche Zeit gilt. Bis vor kurzem war eine Stunde Unterschied, doch seit zwei Jahren gilt für Kirgisistan die Gleiche Zeit wie in Almaty. Also beginnt die Arbeitszeit an der Grenze um 09:00. Wir stellen uns in die lange Schlange am Grenzübergang. Nach zwei Stunden sind wir endlich dran, alles wird durchsucht und wir begrüßen Irina in Kirgisistan. Dann gibt es durch eine herrliche Berglandschaft mit ihren Almen ca. 40 km Schotterpiste. Dann haben wir es geschafft und wir fahren über gute Straßen über Tup nach Karakol. Die Landschaft hat sich wieder gewandelt und es geht durch eine weite und fruchtbare Ebene mit landwirtschaftlicher Nutzung. In den kleinen Dörfern zeigt sich das Hirtenvolk der Kirgiesen. Selbst kleinere Kinder und Frauen reiten zu ihrem Tagwerk. Unser Stellplatz ist in einem idyllischen Tal, nur der Weg dorthin führt über eine sehr holprige Piste. Wir brauchen für die 10 km fast eine Stunde. In der Sonne sind es 35 Grad, doch im Schatten wird es schnell kühl. Am Abend wollen wir in einer Jurte gemeinsam Karmak essen.

10.08. Issyk-Kul
Unser Ziel ist das Südufer des Issyk-Kul. Nach dem südamerikanischen Titicacasee ist der im Tianshan-Gebirge liegende See mit 6236 km² Fläche der zweitgrößte Gebirgssee der Erde. Er befindet sich im Gebiet Yssykköl, ist 182 km lang, 60 km breit, bis 668 m tief und liegt 1607 m über dem Meeresspiegel. Man nennt den See auch das „Herz des Tianshan“. Nördlich des Sees liegt die Bergkette des Kungej-Alatau, südlich befindet sich die Kette des Terskej-Alatau. In den Yssykköl münden 118 Flüsse. Maria geht es heute nicht besonders gut und wir legen eine Ruhepause ein. Es sind nur ca. 100 km und dann liegen wir am Strand. Der riesige azurblaue See liegt vor uns und die Wellen schlagen an den Sandstrand. Hier gibt es ein früheres Sanatorium in dem sich die sowjetischen Kosmonauten nach ihren Flügen erholt haben. Und heute genießen wir diesen schönen Ort. Am Abend feiern wir gemeinsam noch zwei Geburtstagskinder. Das ist genau das richtige Flair zum chillen. Die schneebedeckten Berge im Rücken und die untergehende Sonne vor uns über dem See, einfach malerisch.
11.08.

Kurz nach Sonnenaufgang können wir die schneebedeckte Bergkette auf der anderen Seite des Sees im Nordwesten erkennen. Am Tage sehen wir dort nur Wolken am strahlend blauen Himmel. Bis dahin sind es vielleicht 60 km. Bei allen werden heute die Luftfilter an den Womos ausgeblasen, Sepp war so nett, seine Druckluftanlage zur Verfügung zu stellen. Bei uns war die Gasflasche leer, sie hat die halbe Reise durchgehalten. Tsyren füllt sie aber schnell wieder auf. Nach den Arbeiten gibt es ein erholsames Bad im glasklaren Wasser des Sees. Dann wird Kuchen gebacken und ein gemeinsames Kaffeetrinken veranstaltet. Für den Abend hat die Crew uns alle zum Essen eingeladen. Es gibt Dumlama, eine kirgisisch/usbekische Spezialität aus Rindfleisch, Gemüse und Kartoffeln. Danach erzählt uns Irina viel von ihrer kirgisischen Heimat, einem Vielvölkerstaat, in der sie zur russischen Minderheit gehört. Es gibt große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Die Landbevölkerung lebt als Halbnomaden in den Bergen, im Winter in Dörfern und im Sommer in Jurten bei ihren Herden in den Bergen. Die Kinder haben vom 01. Juni bis zum 31. August Schulferien und lernen das nomadische Leben kennen. Die Schulbildung ist sehr gut, aber mit den erzielten Abschlüssen finden die jungen Menschen keine passende Arbeit. Sie müssen ihren Lebensunterhalt entweder im Ausland verdienen oder artfremd im Handel arbeiten. Es werden auch noch alte Traditionen gelebt, wie der traditionelle Brautraub, der für den Brauträuber aber auch mit einer langen Gefängnisstrafe enden kann, oder für die Braut mit einem Ehrverlust. Auf jeden Fall sind die Kirgiesen sehr stolz auf ihr Land und sehr gastfreundlich gegenüber uns Touristen. 
12.08.

Ich bin wieder recht fit und fühle mich für kleine Unternehmen gerüstet. Gemütlich lassen wir den Tag erwachen, Gerd geht in den Isikul See schwimmen. Am späten Vormittag verabreden wir uns mit Regula und Max und fahren ins Gebirge. Das Tal verbindet das Südufer des Issyk-Kul-Sees mit dem Ala-Bel-Plateau im Landesinneren, dem oberen Naryn-Flusstal und weiter in Richtung Xinjiang und Nordwestchina. Jeder Fahrer will insgeheim wissen, was sein Liebling (WoMo) bei über 4000m leistet. Die Straße war nicht asphaltiert, aber deutlich besser in Schuss, wie manche Fernverkehrsstraßen. Sie wird von einer kanadischen Firma unterhalten, die hier eine Goldmine betreibt. Das erste Highlight war die Büste und ein Fels mit Juri Gagarin. Er wird in diesem Tal sehr verehrt, er machte hier Urlaub nach seinem ersten, historischen, bemannten Raumflug. Serpentinen bringen uns zunächst auf den Barskoon Pass auf 3674m Höhe. Am Abzweig zur Goldmine fahren wir weiter zum Suck Pass auf 4236m Höhe. Um uns sind die schneebedeckten Berge oftmals 5000m hoch und die Gletscherzungen reichen an manchen Stellen fast bis zur Fahrbahn. Vom Pass aus sehen wir das Kakshaal Tau Gebirge, mit seinen schneebedeckten 6000ern, in China. In den Seitentälern treffen wir auf berittene Hirten mit ihren Pferde-Schaaf-Yaks- und Rinderherden. Wie weiße Tupfen sind ihre Jurten in den Ebenen, zwischen den Bergen, verteilt. Danach war schwimmen und chillen angesagt.
‼️ In den letzten 10 Tagen sind in unserer Familie 2x mit Zwillinge gesund und normal zur Welt gekommen. Mein Bruder Otto ist durch seine Tochter Luisa mit Palina und Nikita am 4. August zum wiederholten Großvater gemacht worden.
Meine Schwester Monika ist durch ihren Sohn Christian mit Wilma und Wilhelm am 9. August zur wiederholten Großmutter gemacht worden.‼️

13.08. Dolon Pass

Mit einem weinendem und lachendem Auge fahren wir auf weiter, auf Baustellenstraßen, aalglattem Asphalt, durch wundervolle Täler und Schluchten. Die ersten km fahren wir noch rechtsliegend am See entlang und links ziehen die gewaltigen Bergmassive des Tian Shan Gebirges vorbei. Heute ist Gerd krank und noch 3 weitere Mitreisende. So ein Virus steckt halt an. Gott sei Dank geht es nach 2 Tagen bei allen wieder aufwärts. Jurten sind die tragbaren Zelte der nomadischen Turkvölker. Die traditionelle Jurte wird aus Wolle von Schafen, Ziegen oder Yaks hergestellt. Wir besuchten in Kochkor die Frauenkooperative, die uns das Filzen erklärten. Erst wird die Wolle auf einem Leder liegend, mit einem Stock klopfend, vom Dreck befreit. Als nächstes wird die Wolle gezupft und für Sitzkissen o.ä. 2lagig, für Jurten 7 lagig auf eine Bambusmatte verteilt. Bei Decken kann man dann noch naturgefärbte Wolle zu verschiedenen Mustern oben auf legen. Dann wird das ganze straff zu gewickelt und in eine Lederbandage gewickelt und gut verschnürt. Das ganze wird befeuchtet und dann tanzen die Frauen und Kinder darauf eine Stunde. Nach dem auspacken wird das ganze gewaschen-wegen des Geruchs. Außer bei den Jurten, da wird das in der Wolle enthaltene Lanolin als Nässeschutz benötigt. Dann geht es weiter durch romantische Landschaften in Richtung Dolon Pass. Wir übernachten idyllisch bei 2700m,  kurz vor dem Pass. 

14.04. Tasch Rabat

Morgens, beim Erwachen legt die Sonne goldene Strahlen auf die Gipfel und die Murmeltiere fiepen. Ich fahre heute nochmal Krankenwagen. Gerd ist immer noch sehr angeschlagen. Wir fahren über den Dolon Pass und unwirklich scheinende, aber reale Landschaften ziehen vorbei, in Richtung Naryn. Hier bekommt unser WoMo mal eine Ganzkörperwäsche. Das Gebiet ist sehr bekannt und war auf der Seidenstraße ganz wichtig für die Karawanen. Heute sind auch sehr viele Trekking Touristen unterwegs. Die Straße ist perfekt ausgebaut von den Chinesen und führt zur Grenze nach China über den 3574m hohen Torugart Pass oder auch Tuzbel Pass genannt. Das ist die zweite Verbindung von Kashgar nach Bischkek auf der alten Seidenstraße. Leider ist dieser derzeit für Touristen gesperrt. Unter uns wird viel diskutiert, wie durch solche Konstellationen die Abhängigkeit von China wächst. Vorbei ziehen die weißen Gipfel der Hochgebirge. Unglaubliche Perspektiven und Eindrücke kann man auf keinem Foto festhalten. Wir übernachten heute in Tasch Rabat, einer gut erhaltenen Karawanserei aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist sehr versteckt und abgelegen von der Straße. In das Tal begleitet uns der Gebirgsfluss Tasch Rabat, ein Nebenfluss des Naryn Flusses. Wir erfahren viel über Größe der Karawanen, Handel und den dadurch entstehenden Reichtum in den wichtigen Städten an der Seidenstraße. 

15.08. 

Nach dem schönen sonnigen Abend erwarten wir einen schönen Sonnenaufgang. Es regnet jedoch die halbe Nacht und auch am Morgen. Um unseren Stellplatz in dem grünen baumlosen Hochtal grasen Kühe und es gibt viele Murmeltier-Kolonien, in denen auch geschäftiges Treiben herrscht. Die Berge sind wolkenverhangen und die Umgebung sieht ganz anders aus als gestern. Auf unserer Weiterfahrt kommen die kontrastreichen Farben der Berge und die grünen Almen nach dem frischen Regen noch stärker zur Geltung. Wir sind von diesen Eindrücken wie berauscht. Und immer wieder kommen wir an kleinen Bergdörfern vorbei. An den Rändern der weiten Täler können wir immer wieder die verstreuten Jurten der Hirtenfamilien entdecken und natürlich sind die Herden allgegenwärtig. So erreichen wir nach ca. 300 km unseren Stellplatz am Yssikkul. 

16.08. Bishkek
Heute verlassen wir den Yssikkul in Richtung Hauptstadt, es geht zunächst nach Westen vorbei an unzähligen Ständen mit geräucherten Fisch , Kurut und Kumys. Dann durch die Berge nach Norden bis zur kasachischen Grenze und wir merken an den Temperaturen von bis zu 35 Grad, das wir uns vom Tienshan Gebirge entfernen. Hier gibt es noch Reste von deutschen Siedlungen, die jedoch nur noch an den Namen: Rotfront und Luxemburg erkennbar sind. Unser erstes Ziel ist Tokmok, eine Stadt, die vom letzten Erdbeben schwer geschädigt würde. In deren Nähe besuchen wir Buran, einem Minarettfragment, welches einst im Zentrum einer großen Stadt stand, die im Mittelalter Hauptstadt eines Reiches war und von der die Pest mit den Karawanen weitergetragen wurde. Dann fahren wir weiter nach Bischkek, wo wir unseren Stellplatz nahe am Zentrum erreichen. Am Abend schauen wir uns einen Dokumentarfilm über Usbekistan und Tadschikistan an, der uns auf die nächsten Wochen einstimmig.
17.08.

Ein Stadtrundgang durch die Innenstadt zeigt uns eine recht junge Stadt, die mit ihren bunten Parks und Grünanlagen ein gutes Klima, trotz der erbarmungslos scheinenden Sonne, aufweist. Vom Zentrum aus kann man bis zu den Bergen mit den gewaltigen Gletschern blicken. Vieles aus der Sowjetzeit ist erhalten geblieben. Das sind vor allem Bibliothek, Opernhaus, verschiedene Theater, Denkmale an die verschiedensten Revolutionen im Land, sowie Regierungsgebäude, also im wesentlichen alle öffentlichen Gebäude. Die Bevölkerung der Stadt ist bunt zusammengesetzt und lebt friedlich miteinander. Hier ist auch die wesentliche Industrie des Landes konzentriert, aber das ist nicht viel. Es gibt hier einen riesigen Markt, es soll der größte in Zentralasien sein und hat seine Vorbilder in den Märkten der alten Städte an der Seidenstraße. Es gibt eigentlich alles was man sich denken kann, Lebensmittel, Gewürze, elektrische und elektronische Geräte, Kleidung aller Art, Stoffe, Wolle, Ersatzteile für alle Maschinen und Automarken, und das in jeder handelbaren Menge. Die Stände Reihen sich kilometerlang aneinander, teils in Hallen, teils im Freien. Wir erfahren auch noch viel über die Geschichte des Landes, so ist Kyrgistan das Land der 40 Stämme eines Nomaden- und Reitervolkes, das sich im Landeswappen wiederfindet: die Sonne mit 40 Strahlen, die Berge mit Gletschern und die blauen Wasser des Yssikkul auf rotem Grund. Abends besuchen wir eine Folklore Show und essen typische kirgisische Spezialitäten. Die Show ist ein wahrer Knaller. Neben vier hervorragenden Instrumentalisten auf typischen kirgisischen Instrumenten erleben wir einen kirgisischen Tenor, der nicht nur Lieder seiner Heimat zelebriert, sondern auch italienische Highlights beherrscht. Später erfahren wir, dass er der Beste seiner Zunft am Opernhaus ist. Dann rezitiert ein begnadeter Redner mit Inbrunst Teile des Manas-Epos, der Nationalerzählung der Kirgisen.



17.08. Toktogul-Stausee

Wir verlassen Bischkek früh, weil wir vor der allmorgendlichen Straßensperre für den Präsidenten aus der Stadt sein wollen. Unser Weg führt über den Tienshan-Highway. Der spektakuläre Beginn des Highways ist die lange, schroffe Kara-Balta-Schlucht südwestlich von Bischkek mit dem sie abschließenden Töö-Pass (3229 m). Jenen muss man seit 1962 nicht mehr queren, die Straße verläuft fast 300 Meter unter ihm durch den 2,2 Kilometer langen Kusein-Kolbajew- Tunnel. Viele schwer beladene LKW quälen sich über die Serpentinen und Steigungen und wir müssen beim Überholen höllisch aufpassen. Dazu die enge Schlucht mit den bis zu 5000 m hoch aufragenden Bergen. Die Aussichten und vor allem der Blick zurück sind atemberaubend. Auf der anderen Seite ändert sich die Aussicht schlagartig.Die Straße führt in weit geschwungenen Serpentinen in die riesige, sommers grüne Suusamyr-Ebene, die in gleißendem Sonnenlicht liegt. Auf dem Weg in das breite Naryn-Tal werden wir von einer Hochspannungstrasse begleitet. Wir erreichen schließlich den Toktogul-Stausee mit seinen gigantischen Ausmaßen und dem azurblaun Wasser. Am Südufer des Sees haben wir schließlich unser heutiges Ziel erreicht. 

19.08. Osh

Wieder führt uns der Weg über die Berge und durch enge Täler in Richtung Osch, einem Jahrtausende alten Handelsort auf der Seidenstraße. Wir treffen auf die Kaskade von Stauseen am Naryn, einem der Quellflüsse des Syr-Darja. Die Schamaldysai-Talsperre befindet sich in Kirgisistan am Naryn 5 km unterhalb der Stadt Taschkömür. Der Naryn durchschneidet im Bereich des Staudamms das Bergland zwischen der Hochebene der Narynniederung im Osten und dem Ferghanatal im Westen. Östlich befindet sich das Ferghanagebirge. Flussaufwärts befindet sich die Utschkorgon-Talsperre, flussabwärts die Taschkömür-Talsperre. Die türkis-blauen Wasser der Stauseen beeindrucken uns sehr. Die Seen spiegeln die umgebenden Berge bei Windstille wie aus einem Bilderbuch. Als wir das fruchtbare Ferganatal erreichen, ändert sich die Landschaft wiederum. Kleine Dörfer mit Landwirtschaftsbetrieben wechseln sich ab. Im Gegensatz zum Norden des Landes spielt die nomadische Lebensweise hier keine Rolle. Schließlich erreichen wir unseren Stellplatz mitten in Osh.
20.08. Osh

Früh steht der Besuch des Heiligen Berges der Stadt Osch auf dem Programm. Eine Sache, die wir mit Sicherheit sagen können, Osch ist die Stadt, welche eine reiche Geschichte hat, und der Sulayman Mountain, auch bekannt als der Thron Salomos, war immer im Herzen der wichtigsten Ereignisse. Es befindet sich direkt im Zentrum der Stadt und kann von verschiedenen weit entfernten Teilen von Osh aus bewundert werden. Es ist nach Mekka eine der wichtigsten Orte. Frauen mit Kinderwunsch, Männer mit Rückenschmerzen-für alles gibt es einen heiligen Stein. Von hier aus hat man auch eine gute Aussicht auf das Ferganatal, das sich von hier aus in den Pamir erstreckt. Nach Angaben der Archäologen existiert die Stadt Osch bereits seit 3000 Jahren. Es sah Khans, Karahaniden, Mongolen, war ein Teil verschiedener Dynastien und Königreiche. Wir wissen das, weil die Archäologen die Relikte aus diesen Zeiten auf dem Sulayman Berg gefunden haben. Was die Stadt sonst noch erlebte, könnte für immer ein Geheimnis bleiben. Heute ist Osch die südliche Hauptstadt Kirgistans und Zentrum der Ackerbauern der Ebene. Nach dem Besuch des Berges fahren wir mit dem Bus ein Stück weiter in die Stadt und besuchen den Basar. Dort erledigen wir noch einige Einkäufe und essen Schaschlik und für die Gegend typische Teigtaschen, die mit würzigem Fleisch und Zwiebeln gefüllt sind. Von dem Geschmack sind wir begeistert. Heute ist wieder ein Geburtstag und Maria und Ursel bereiten Eierkuchen für die Kaffeetafel vor. Am Abend verabschieden wir Irina und sitzen gemütlich beisammen und retten mit Gesprächen und Ideen  die Welt.



 

21.08. Grenze Kirgistan- Usbekistan Korpa
Wir sind heute schneller als gedacht nach Usbekistan eingereist. 4 Stunden ist wohl Rekord. Wir stehen gleich hinter der Grenze und haben einen geschenkten Nachmittag gehabt. 

22.08. Fergana Tal
Heute wollen wir nur bis Fergana, die Stadt, die dem Tal den Namen gegeben hat. Fast die gesamte Zeit fahren wir durch Dörfer und am Straßenrand ist ein ständiger Basar. Einige Male halten wir an und lassen den orientalischen Flair auf uns wirken. Als Ausländer fallen wir natürlich auf und werden von vielen Menschen freudig begrüßt. Nach einem Drittel der Strecke in der Nähe von Andijan besuchen wir einen Park mit interessanten Bauwerken. Hier sind die Ursprünge der Sha Jahan- Dynastie, die später Agra in Indien beherrscht haben und das Taj Mahal gebaut haben. Wir fahren mit einer abenteuerlichen Seilbahn nach oben und haben einen sehr schönen Überblick über das Ferganatal. In diesem fruchtbaren Tal leben ca. 45% der usbekische Bevölkerung. Der nächste Punkt auf dem Weg ist eine Seidenfabrik in Margilan. Hier erfahren wir viel über die Seidenproduktion in Usbekistan. In der Sowjetzeit wurden hier 25000m² Seide von 700 AK pro Monat produziert. Jetzt gibt es noch etwa 15 Mitarbeiter. Hier werden auch Teppiche als Auftragsarbeiten produziert. Die Palette reicht von 100 Knoten je cm² bis zu 3000 Knoten je cm². Es war eine sehr interessante Besichtigung. Unser WoMo steht auf dem Parkplatz eines Basars und wir haben die Gelegenheit unsere Vorräte etwas aufzufüllen. Nach einer halben Stunde haben wir dann unseren Stellplatz erreicht. 

23.08. Taschkent
Unser Ziel ist heute Taschkent, die Hauptstadt Usbekistans. Auf dem Weg dorthin kommen wir in der Töpferstadt Rishton vorbei und besichtigen die Keramikwerkstatt von Töpfermeister Rustam Usmanow . Die Fassade des Hauses spiegelt das Handwerk wieder.  Nach der Besichtigung der Werkstatt und einer Vorführung erfahren wir viel über das Handwerk und die spezielle Technik des Bemalens und des Brennens. Es entstehen wahre Kunstwerke. Zuletzt noch einen Tee auf den Weg und wir kommen nach Kokand und statten dem Palast des Khan von Kokand einen Besuch ab. Der Khan hatte vor Jahrhunderten sehr großen Einfluss auf die Entwicklungen an der Seidenstraße. Unser Weg führt uns durch ein Weinanbaugebiet, in dem die Ernte in vollem Gange ist und wir erreichen das letzte Zwischenziel des Tages, das Institut für Materialforschung der usbekischen Akademie. Dieses betreibt in den Bergen um Taschkent einen gewaltigen Sonnenofen, der noch aus der Sowjetzeit stammt. Der stellvertretende Institutsdirektor führt uns durch ein kleines Museum und das Freigelände. Wir erfahren wieder viel über die Forschungsarbeit an neuen Materialien und über die Zusammenarbeit mit der TU Dresden und der Hochschule Darmstadt. Spät am Abend erreichen wir unseren Stellplatz im Zentrum der Millionenstadt.
25.08.
Heute genießen wir einen Tag Urlaub. Es wird ausgeschlafen, lang und gut gefrühstückt. Die Ruhe im anliegenden Park wird genossen. Zu guter Letzt wird schön Kaffee getrunken und abends gemeinsam Reste verwertet. Ab und zu ist so ein Tag mal nötig. Morgen reisen wir nach Tadschikistan 🇹🇯 ein und begeben uns auf dem Pamir Highway, dem Höhepunkt unserer Tour, im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Meeting werden ausführlich alle möglichen Für und Wider der verschiedenen Routen besprochen. Die Agentur hat noch einen örtlichen Guide für den Pamir gebucht, da wir für Abenteuer Osten die Pioniere auf dieser Route sind