12.09. Tashkent
Alle bisher erlebte Gastfreundschaft wurde heute noch getoppt. Es war überwältigend, ein großer Abschied nach so kurzer Zeit. Beim Wachwerden wurde für uns schon Frühstück vorbereitet. Die vom Bürgermeister beauftragte Administration hat uns mit einem Fahrzeug, wie eine Regierungsdelegation, zur und über die so komplizierte, gefürchtete Grenze begleitet. In 2 Stunden waren wir alle ausgereist und nach Usbekistan eingereist. Deshalb wurde der Stellplatz in die schöne Stadt Tashkent verschoben.
Hier verbringen wir einen schönen Nachmittag und genießen das Thema „Nichtstun“.





13.09. Aydarkulsee
Wegen des SOC-Gipfels können wir noch nicht nach Samarkand, also machen wir einen Zwischenurlaub am Aydarkul einem erst im Zuge der Bewässerungsprogramme entstanden riesigen See in der Wüste. Auf dem Weg dorthin erleben wir große Kolonien von Störchen die auf den Strommasten nisten. Zum Teil sind drei bis vier Nester auf jedem Mast. Auf einem Feld sehen wir zwischen zwanzig und dreißig Störche auf engem Raum und genauso viele kreisen noch über uns am Himmel. Wir kommen an erntefreifen Baumwollfeldern und endlosen Melonenpyramiden vorbei. In der Stadt Yizzax gibt es spezielle Teigtaschen, die hier Somsa heißen und aus einem Nudelteig mit einer würzigen Zwiebel/Fleisch-Füllung bestehen und im Tandoor gebacken werden. Sie schmecken uns köstlich. Dann fahren wir wieder eine abenteuerliche Straße zum See. Unser Stellplatz ist unmittelbar am Ufer und nach der Ankunft gehen wir erst einmal ins erfrischende Wasser. In der Nacht haben wir wieder einen grandiosen Sternenhimmel.
14.09. Aydarkulsee
Heute ist Erholungstag am See. Früh morgens kommt ein Hirte auf seinem Esel mit seiner Schafherde. Alle, die wollen, können auf dem Esel reiten. Dann feiern wir erst einmal die Geburtstage von Max und Rosi mit Wein und Snacks und anschließendem Kaffee und Kuchen. Die Zeit vergeht relativ schnell mit den Vorbereitungen und mit einem Bad im See. Der Aydarkul Seekomplex ist etwa 250 km lang und etwa 50 km breit, er soll im Zusammenhang mit der Schardara-Talsperre am Syr Darja und den Bewässerungsprojekten in den 60er Jahren entstanden sein. Früher waren hier nur kleinere Salzseen in der Wüste. Beschwerlich ist nur die Anfahrt über 15 km Schlaglochpiste und die steinigen und teilweise steilen Sandwege, unser Womo ist schon wieder völlig eingestaubt.





15.06. Narota
Wir verlassen den Aydarkul über eine staubige Piste und machen uns auf den Weg nach Narota, einer kleinen Stadt, die aber schon zur Zeit Alexanders existierte und von der aus die Skythen im heutigen Kasachstan erobert wurden. Aus dieser Zeit kann man noch die Reste einer alten Festung besichtigen. Dann gibt es hier eine Quelle mit sehr sauberen Wasser in der Bergforellen gedeihen, die als heilig betrachtet werden. Das Wasser soll Heilkräfte entfalten und gegen alle möglichen Krankheiten helfen. Die Menschen kommen aus allen Landesteilen hier her um Wasser mit nach Hause zu nehmen. Am Abend erklärt Dima die Geschichte seiner Heimat und das Zustandekommen der zentralasiatischen Staaten, die es bis 1924 nicht gegeben hat. Vorher gab es das Khanaat von Kokand, das Emirat von Buchara und Samarkand. Die Weltmächte England und Russland stritten Ende des 19. Jahrhunderts um ihren Einfluss in diesem Gebiet.




16:09. Korateri
Wir fahren wieder durch pure Wüste, allerdings dichter besiedeltes Land. Gemüse, Getreide, Baumwolle gedeihen hier durch Grundwasserbohrungen sehr gut. Gewächshäuser und Felder bestimmen die Landschaft in den besiedelten Gebieten, nahe der Verkehrswege. Unterwegs machen wir Pause in Navouy und essen Somsa, die köstlichsten wohl. Wir nähern uns Samarkand. Von der Polizei werden wir darauf hingewiesen, dass die Stadt gesperrt ist, wegen besagtem Treffen der Regierungsoberhäupter. Wir fahren zu einem Freund von Dima, ca. 25 km vor Samarkand in ein Dorf. Mit Kuchen, Obst und Tee werden wir erwartet. Wir parken die Straße zu und natürlich auch das Grundstück. Beim Nachbarn wird für uns Brot gebacken, eine alte Dame zeigt uns, wie sie eine Matratze herstellt und im Garten wird Plov gekocht. Wir verbringen gemeinsam einen gemütlichen Abend und für morgen früh ist ein gemeinsames Frühstück angesagt.





17.09. Samarkand
Die Familie von Dimas Freund Rustam hat uns alle sehr gastfreundlich aufgenommen. Rustams Mutter Valentina hatte noch 6 Geschwister, war Lehrerin und hat deutsche Wurzeln. Ihre Familie wurde 1941 hierher umgesiedelt und hat sich dem Anbau von Baumwolle gewidmet. Mittlerweile hat sich ein großer Lebensmittelkonzern im Dorf angesiedelt und es werden nur noch Futtermittel angebaut. Am letzten Abend hat Valentina deutsche Lieder aus ihrer Kindheit gesungen. Das war sehr ergreifend. Traurig war nur, das keiner von uns in der Lage war, ein deutsches Volkslied zu singen. Frühstück ist gemeinsam und wir warten auf Nachricht von Dima, der vorausgefahren ist, eine halbe Stunde später signalisiert er uns, das Samarkand wieder offen ist. Kurz nach Mittag sind wir mitten in der Stadt am Registanplatz. Die Baudenkmale beeindrucken uns sehr. Gerade sind sehr wenige Touristen in der Stadt. Abends gehen wir in die Fußgängerzone etwas essen und bestaunen die beleuchteten Parks und historischen Gebäude.
18.09.
Morgens unternehmen wir einen Stadtrundgang zu den Highlights der alten Stadt auf der Seidenstraße. Samarkand ist ca. 3000 Jahre alt und eine der wichtigsten Städte auf der Seidenstraße. Viele Eroberer hat die Stadt gesehen. Iskander, die Griechen, die Mongolen, Perser, Araber und die Stadt ist am Leben geblieben. Die wichtigste Zeit wurde durch die Timuriden-Dynastie eingeläutet. Das Weltreich, welches von Timur erobert wurde, reichte von Indien bis zum Mittelmeer und von Iran bis weit nach Russland hinein. Die von ihm begründete Architektur der Koranschulen und Moscheen ist beispielgebend für die islamische Welt. Der Registanplatz mit seinen drei Medresen, das Gur-Emir-Mausoleum, das Grabmal von Timur, die Bibikhamun Moschee, die Schahi-Sinda-Nekropolen. All das sind Denkmale, die die Zeit überdauert haben und nach schweren Erdbeben in der Region restauriert wurden. Auf Timurs Grab steht geschrieben: "Ich habe meine Ruhe verdient. Wenn jemand meine Ruhe stört wird es einen großen Krieg geben." Nach der Öffnung des Grabmals am 19.06. 1941 fand man einen Holzsarg mit einem Krieger. Am 22.06. begann der große Vaterländische Krieg. In Moskau wurde der Sarg untersucht, das Gesicht rekonstruiert. Jetzt ruht er wieder hier und wurde zum Sinnbild für Usbekistan. Bemerkenswert ist ein weiterer Satz von ihm:
Glücklich ist, wer die Welt verlässt, bevor die Welt auf ihn verzichtet. Abends gehen wir noch zu einer Folkloreveranstaltung und lassen den Tag ausklingen.










19.09. Buchara
Durch weiße Baumwollfelder fahren wir in Richtung Buchara. Die Ernte ist in vollem Gange. Viele fleißige Frauen zupfen die Baumwolle aus den aufgeplatzen Samenkapseln. Dann werden die mit der weißen Pracht beladenen Anhänger zur Weiterverarbeitung gebracht. Es werden aber immer mehr Felder auch mit Mais und anderen Feldfrüchten bestellt. Dann gibt es große Aprikosen- und Apfelplantagen und immer wieder süßen Wein und Unmengen von Melonen, die am Straßenrand feilgeboten werden. Ein Dorf reiht sich entlang der Autobahn an das andere und da gilt auch immer die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. In Navoy machen wir Kaffeepause und treffen auf eine Gruppe britischer Touristen, die auf einer neuntägigen Tour auf der Seidenstraße unterwegs sind. Schließlich erreichen wir Stellplatz im Zentrum von Buchara. Bei einem Rundgang besuchen wir eine alte Medrese mit vier Türmen, die vor ca. 1000 Jahren von einem Kaufmann erbaut wurde. In der Altstadt gibt es noch das jüdische Viertel, in dem noch etwa 400 jüdische Einwohner leben. Der größte Teil der ehemaligen jüdischen Gemeinde sind in den letzten 20 Jahren nach Israel ausgewandert. Heute gibt es eine Vielzahl von kleinen schmucken Hotels und Hostels, die zum Teil Recht kunstvoll ausgebaut sind. Den Abend lassen wir bei einem Glas Wein und angenehmen Temperaturen von 25 Grad Celsius ausklingen.
20.09.
Die Altstadt von Buchara ist wunderschön und mit Samarkand nicht zu vergleichen. Die erhalten gebliebene Architektur ist einfach noch etwas älter. Die Medresen und Moscheen machen einen ursprünglicheren Eindruck. Hier steht auch Hiobs Mausoleum, der hier der Legende nach als weiser Einsiedler den Menschen nach 40tägiger Leidenszeit Wasser gebracht hat. Hier befindet sich auch das Mausoleum von Ismoil Sumoni, der in Tadschikistan als Nationalheld gefeiert wird und welcher der usbekischen Währung den Namen gegeben hat. Das Wasser spielt in der alten Oasenstadt, die am Rande der großen Wüste Kysilkum liegt, immer noch eine große Rolle. Die Festung der Stadt wurde auf einem künstlichen Hügel erbaut und hier war seit alten Zeiten bis 1920 der Sitz des Emirs von Buchara. Nur durch Dshingis Khan wurde die Stadt um 1300 völlig zerstört. Ursache war, dass der Emir nacheinander zwei Delegationen des Dschingis Khan vernichtet hatte. Das große Minarett hielt aber dem großen Mongolen stand, weil er beim Aufblicken zum Turm seinen Helm verlor und der große Herrscher hat vor keinem Sterblichen seinen Helm gezogen, also muss es Gott selbst gewesen sein. Auch den russischen Eroberern des 19. Jahrhunderts beugte sich der Emir nicht.












21.09. Chiva
Heute sind es 450 km bis Chiva, deshalb starten wir früh. Die Straßen sind stellenweise schlecht, es wird aber sehr viel gebaut. Zunächst sind es noch Baumwoll- und Reisfelder an der Straße. Dann fahren wir ca. 200 km durch die Wüste auf einer neu gebauten Autobahn, die kurz vor Urgentsch abrupt endet. Auf der linken Seite begleitet uns über weite Strecken das Tal des Syr Darja, der hier eine Flussoase bildet. Schließlich erreichen wir Chiwa, die alte Stadt an der Seidenstraße und unseren Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur Altstadt. Am Abend machen wir noch einen Rundgang bei der untergehenden Sonne. Bei den vielen alten, gut erhaltenen Bauten fühlt man sich zurückversetzt in die alten Zeiten vom kleinen Muck, Alibaba und den 40 Räubern oder Aladin und die Wunderlampe. Ich würde mich nicht wundern, wenn jemand auf einem fliegenden Teppich vorbeikäme.22.09.
Unser Stadtrundgang führt uns durch Chiwa. Sie ist eine alte Oasenstadt mitten in der Wüste und der Name bedeutet in der ursprünglichen Sprache „frisches Wasser“. Während Samarkand unter den Timuriden seine Blütezeit im 13./14. Jahrhundert erlebte und Buchara im 15./16. Jahrhundert stammen viele Bauwerke in Chiwa aus dem 18./19. Jahrhundert. Nur eine alte arabische Moschee, die 1100 Jahre alt ist und auf einen viel früheren Feuertempel zurückgeht, repräsentiert die alten Zeiten. An ihrer Stelle trat Erdgas aus dem Boden und hat jahrhundertelang als ewiges Feuer die Religion der Einwohner bestimmt. Unmittelbar vor der Stadtmauer, wo jetzt ein modernes Hotel steht, war bis 1878 der größte Sklavenmarkt Asiens. In der Stadt gibt es mehrere Zitadellen, an denen die jeweiligen Herrscher residiert haben. Neben großen Minaretten gibt es das kurze Minarett in der Nähe des alten Palastes. Es sollte 80 m hoch werden, wurde aber nicht vollendet. Es könnte an Geldmangel oder dem Tod des Herrschers gelegen haben oder daran, daß man aus der jetzigen Höhe vom Minarett in den Harem des Palastes sehen konnte und der Architekt und alle Bauarbeiter hingerichtet wurden. Dima erklärt uns viel über die islamischen Bräuche und erläutert auch, weshalb ein Mann vier Frauen haben darf, die aber gleichberechtigt sein müssen. Durch Kämpfe kamen Krieger ums Leben und deren Frauen brauchten Schutz, so nahmen sich Brüder oder Freunde der Gefallenen die Frauen in ihren Haushalt als gleichberechtigte Frauen auf. Bei den Herrschern gab es neben diesen vier Frauen noch bis zu 150 Konkubinen, die auf dem Sklavenmarkt gekauft wurden und aus aller Herren Ländern waren. Weiter gibt es eine alte deutsche Schule mitten in der Stadt, die von deutschen Menoniten gegründet wurde. Katharina hat die Einwanderung von Deutschen aus ihrer Heimat nach Russland gefördert. Unter Alexander III. sollten diese zum Kriegsdienst eingezogen werden. Darauf haben viele von ihnen den Weg nach Mittelasien gefunden und auch hier eine deutsche Gemeinschaft begründet. Am Abend besuchen wir die Stadt nochmals und unser Eindruck, ein Märchen aus 1001er Nacht könnte wahr werden beeindruckt uns sehr stark. Auf uns wartet ein Folkloreabend und ein gutes Abendessen.













23.09. Qirg Qiz
Das eindrucksvolle Chiva an der Grenze nach Turkmenistan lassen wir hinter uns. Über Nukus fahren wir nach der autonomen Republik Karakalpakistan und der kasachischen Grenze entgegen. In Nukus besuchen wir das Museum von Prof. Igor Savitzky mit der größten Sammlung der sowjetischen Avantgardisten, Es ist sehr eindrucksvoll. Früher war hier die Wüste Kysilkum, doch das mit Kanälen durchzogene Land am Amu Darja bildet hier ein Binnendelta, in dem Baumwolle und Reis angebaut wird. Erst nach 250 km erreichen wir die Wüste. Hier gibt es einige große Industriebetriebe, die Salz und Bodenschätze verarbeiten. Dazu gibt es auch moderne Siedlungen für die dort Beschäftigten. Unterwegs treffen wir auch den Schwerlasttransport wieder, dem wir vor einigen Wochen in Mangistau begegnet sind. Er passiert gerade unter abenteuerlichen Bedingungen zwei Hochspannungsleitungen (ich glaube nicht, daß sie spannungsfrei waren). Am Abend hatten wir noch tierischen Besuch.




24.09. Karakalpakstan
Der Stellplatz im Ort Quirgys hat uns eine sehr ruhige Nacht beschert. Vor uns liegen etwa 260 km, davon etwa 200 km in einem extrem schlechten Zustand. Eigentlich konnte man nur das Schlagloch auswählen, durch welches man durchfährt. Manchmal mußte man anhalten, um einen einigermaßen fahrbaren Weg zu finden. Die Löcher waren stellenweise zwei Meter breit und bis zu einem halben Meter tief und einen Meter weiter kam das nächste. Dann waren manchmal Spurrillen in LKW-Breite oder auch schmaler, die auch bis zu einem halben Meter tief sind. Nach knapp acht Stunden sind wir am Ziel kurz vor der Grenze. Unterwegs wird auf der gesamten Strecke an der neuen Straße gebaut, die in geringem Abstand zur bestehenden Trasse verläuft. Vielleicht ist sie im nächsten Jahr schon befahrbar. Wir sind hier inmitten der Wüste Kysilkum und überall wird Erdgas gefördert und in großen Pipelines gesammelt, vielleicht wird es auch nach Europa geliefert? Am Abend feiern wir noch den 70. Geburtstag von Ernst und lassen so den Tag ausklingen.



25.09. Beineu
Wir fahren weiter durch die Wüste zur Grenze. Es ist frisch und ein Sandsturm lässt uns stellenweise nur wenige Meter zur Orientierung und das ist an den Stellen mit Schlaglöchern nicht so angenehm. Die Grenze geht schneller als erwartet, nur die Einfuhr der Womos und die Versicherung dauern ihre Zeit. Nach drei Stunden sind wir durch und können uns in Beineu einen Mittagsschlaf gönnen. Auch hier treibt der Sandsturm in abgeschwächter Form weiter. Der Staub dringt durch jede noch so kleine Ritze. Für morgen ist Wind um 50 km/h angesagt. Am Abend sitzen wir in einem kleinen Restaurant und lösen die Weltprobleme.




26.09. Aktau
Früh verlassen wir unseren Stellplatz ohne Frühstück. Die Straße nach Aqtau ist ausgezeichnet. Der Weg führt uns weiter durch die Wüste, die nahtlos von der Kysilkum in die Ebene von Mangistau übergeht. Nach dem Dach der Welt kommen wir heute am tiefsten Punkt unserer Reise bei 116 m unter dem Meeresspiegel vorbei. Unterwegs frühstücken wir in dem gleichen Gasthaus wie auf der Hinfahrt. Unser Stellplatz ist wieder am Holiday In Hotel und wir kennen uns hier bereits aus. Am Abend überschlagen sich die Ereignisse, zunächst haben wir Meeting mit Oleg, der wegen verschiedener Probleme aus Deutschland angereist ist, dann verabschieden wir Ines, die zu ihrer Gruppe "Landweg nach Australien" aufbrechen will. Die Ereignisse in Russland und Iran gehen auch hier nicht spurlos an uns vorbei, alle Hotelzimmer sind ausgebucht von jungen Russen, die keine Lust haben für Putin in den Krieg zu ziehen. Nun nimmt auch unsere weitere Reise neue Konturen an. Für den 07.10. haben wir endlich Flüge nach Baku und kurz vorher schaffen wir unsere Womos auf die Fähre. Dann hoffen wir darauf in den Iran zu kommen. Im Moment ist das noch problemlos möglich und unsere iranischen Guides warten auf unsere Ankunft. Die Zeit bis dahin wollen wir nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern mit einem Besuch in Kasachstans Hauptstadt, die seit wenigen Tagen wieder Astana heißt, verbringen. Der Weg dorthin ist aber ungefähr 3000 km, mit dem Zug dauert die Reise ca. zwei Tage, also insgesamt 5.....6 Tage. Viele neue Eindrücke warten auf uns. Wir glauben, daß wir erst im Iran einen Zeitraum für unsere Rückkehr benennen können.
27.09. Aktau
Chillen und auf Neuigkeiten warten.
28.09. Aktau
Heute ist Ruhetag und wir machen einige Kleinreparaturen am Womo. Im Süden von Aqtau gibt es einen Bilderbuchstrand. Auf einer Strecke von etwa 20 km entstehen Hotelkomplexe mit Freizeitanlagen, Seebrücken und Strandpromenaden. Wir wollen eventuell an den Strand umziehen, und wir sehen uns den Platz an. Dort ist es sehr schön, ein Campingplatz ohne Infrastruktur, ein riesiger Sandstrand, blaues Meer. Nur der starke Wind, der mit Sandkörnern aus der Wüste beladen ist, stört die Idylle. Also bleiben wir erst einmal mitten in der Stadt. Die Flüge am 07.10. sind jetzt sicher und die Fähre ist auch bezahlt, so daß wir nur noch 10 Tage Reisepause haben. Aber, wie Dima so schön sagt, man braucht nur Geduld in Mittelasien und da kann man viel erreichen. Abends sehen wir uns noch einen Film an: Mord im Orientexpress und wir erinnern uns an unseren Besuch auf dem Bahnhof in Istanbul.
29.09. Aktau
Chillen und Ferienstimmung genießen- gemeinsam essen und 🍷.
30.09. - 2.10. Aktau Strand Stellplatz Wechsel
Urlaub und Baumarkt Besuch…
03.10. Aktau
Wir sind wieder in der Stadt am Hotel. Beim Meeting wird die aktuelle Lage im Iran erörtert. Das auswärtige Amt hat vor Reisen gewarnt. Genauere Informationen bekommen wir, leider nicht zeitnah, von einheimischen Guides. Die Kommunikationswege werden von staatlicher Seite gekappt. Abends gehen wir zum Bowling und kämpfen Deutschland gegen Schweiz. Besonders erwähnt wurde die Vereinigung Deutschlands in Thomas seiner Rede, sonst wären wir nicht dabei.
04.10. Aktau
Heute ist es amtlich, wir werden den Iran nicht bereisen. Die innenpolitische Lage ist zu unsicher, das sagen inzwischen auch die einheimischen Guides. Also verlassen wir Kasachstan mit dem Flugzeug (unser Womo mit dem Schiff) nach Baku in Aserbaidschan und fahren dann über Georgien in die Türkei. Die Fahrer der Womos waren heute beim Notar wegen einer Vollmacht für den Broker, der im Hafen die Womos auf die Fähre fahren soll. Es schaut derzeit so aus, daß die Reise um den 25. Oktoberin Göreme in Kappadokien endet. Wir freuen uns auf einen Abstecher in den Hochkaukasus und interessante Erlebnisse in Aserbaidschan und Georgien.
05.10.
Wir stehen im Dunkeln auf und gegen 8:00 fährt Gerd nach Kurik zur Fähre. Es sind 92 km durch die Wüste und um 10:00 treffen wir unseren Broker, der die Beamten des Hafens kennt. Die erforderlichen Papiere werden ausgestellt und das dauert, wir brauchen Geduld. Gegen 26:30 können wir in den Hafen einfahren. Nun gibt es nur noch eine Vielzahl von Stempeln, Bezahlung der Hafengebühren und dann warten wir auf den Bus, der uns wieder nach Aqtau bringt.
Die Mitfahrer Gruppe vertreibt sich die Zeit in und um das Hotel. Ein hoffentlich letzter Spaziergang an der Promenade vertreibt die Zeit. Im Hotel wird das Internet strapaziert 😊.
06.10. Aktau
Wir verlassen eine moderne, funktionelle Groß stadt. Niemals im Leben hätten wir geglaubt hier so lange zu stranden. Wir kennen die einzigen Sehenswürdigkeiten, die Promenade und das Museum. Die Supermärkte und Einkaufszentren sind uns geläufig. Wir haben die Restaurants getestet. Die Autos sind auf der Fähre. Nun sind wir recht froh, das es morgen über das Kaspische Meer nach Baku geht. Wir hoffen, das beide Transportwege ( Flug von uns, Fähre vom WoMo) reibungslos laufen und wir zeitnah wieder vereint sind.
07.10.
Den Tag vergammeln wir im Hotel, schlafen und frühstücken lange. Am Abend gehen wir noch in ein gutes Restaurant und dann verlassen wir Aqtau, das uns unfreiwillig insgesamt 21 Tage beherbergt hat, eine moderne Stadt inmitten der Wüste am Rand der Halbinsel Mangistau. In der Nacht überfliegen wir den Kaspi, den größten Binnensee der Erde und erreichen Baku zur gleichen Zeit wie wir abgeflogen sind, weil wir die Uhr wieder eine Stunde zurück stellen können. Um 21:45 waren auch unsere Womos auf der Fähre. Jetzt warten wir nur noch auf die Ankunft und dann geht es weiter. Ich hoffe, dass unsere Frau Baerbock nicht noch so einen Bock schießt wie gegen Iran, indem Deutsche dort in diesem gastfreundlichen Land seit wenigen Tagen nicht mehr erwünscht sind. Im Gegensatz zu uns haben unsere Schweizer Mitreisenden da überhaupt keine Probleme.






















